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Einbahnstraße und Halteverbot sollen Elterntaxis von Garreler Grundschule fernhalten

Zahlreiche Elterntaxis halten morgens und mittags vor der Garreler Grundschule. Die Konsequenz: Verkehrschaos. Ein Halteverbot und eine Parkmöglichkeit auf dem Schützenplatz sollen Abhilfe schaffen.

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Die St.-Johannes-Straße im Fokus: Zu den Stoßzeiten kommt es vor der Grundschule Garrel immer wieder zu gefährlichen Situationen. Foto: Hoff

Die St.-Johannes-Straße im Fokus: Zu den Stoßzeiten kommt es vor der Grundschule Garrel immer wieder zu gefährlichen Situationen. Foto: Hoff

Donnerstagmorgen, kurz vor Unterrichtsbeginn vor der Grundschule Garrel: Viele Kinder kommen zu Fuß oder auf dem Fahrrad zur Schule. Andere rollen im Elterntaxi an. Auf der St.-Johannes-Straße und auf dem Bürgersteig herrscht kurz vor Unterrichtsbeginn auffällig mehr Verkehr als üblich. Elterntaxis stoppen in kurzer Folge, halten oftmals sogar in zweiter Reihe. Ein Durchkommen ist nicht mehr möglich. Ranzen und Kinder werden entladen. Irgendwie versuchen sich die Autos aus dem Verkehrschaos zu befreien. Dabei treffen sie auf die, die zu Fuß oder mit dem Rad von links und rechts kommen. Eine Situation, die der Garreler Politik seit Jahren bekannt und aufgrund der damit einhergehenden Gefahren ein Dorn im Auge ist: "Bislang ist zum Glück noch nichts passiert, das kann sich aber jederzeit ändern", sagte Bürgermeister Thomas Höffmann jetzt auf der Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses. Eine Lösung soll her. 

Nach langen Diskussionen haben sich die Mitglieder des politischen Gremiums einstimmig dafür ausgesprochen, die St.-Johannes-Straße beginnend an der Hauptstraße bis zur Pfarrer-Landgraf-Straße als Einbahn- und Fahrradstraße einzurichten. Die Einbahnstraße soll nicht zeitlich begrenzt werden, sondern ganztägig Bestand haben. Zusätzlich soll auf dem gesamten Abschnitt ein Halteverbot gelten. Das ist das Resultat aus Gesprächen mit den Schulleitern und der zuständigen Verkehrskommission des Landkreises sowie aus einer Ortsbegehung mit Teilnahme der örtlichen Polizei, Vertretern des Verkehrsamtes des Landkreises Cloppenburg, der Verkehrssicherungskommission und der Gemeindeverwaltung.

Auf dem Schützenplatz soll eine Bring- und Abholzone eingerichtet werden

"Viele Eltern sind unbelehrbar", erklärt Höffmann. "Gutes Zureden reicht nicht aus, die Polizei braucht die Möglichkeit, Sanktionen auszusprechen. Oftmals zeigen erst Bußgelder Wirkung." Bereits vor Jahren wurde der Abschnitt direkt vor der Grundschule als Einbahnstraße eingerichtet. Ohne den gewünschten Erfolg. Von der Hauptstraße bis zum Parkplatz vor der Grundschule ist die Straße aktuell noch in beide Richtungen befahrbar. 

Wohlwissend, dass die Eltern sich bei einem angeordneten Halteverbot eine andere Möglichkeit suchen, um ihre Kinder in Schulnähe aussteigen zu lassen, etwa in den angrenzenden Siedlungsstraßen, soll auf dem Schützenplatz eine Bring- und Abholzone eingerichtet werden. Aktuell wird der Platz bereits bedingt durch die Baumaßnahmen vor der Sport-und Schwimmhalle als Zugang für die Schwimmhalle und Grundschule genutzt. "Wir sollten erst ausreichende Parkmöglichkeiten auf dem Schützenplatz bereitstellen, bevor wir die Einbahnstraße und das Parkverbot in der St.-Johannes-Straße einrichten", erklärte Bauamtsleiter Ewald Bley auf der Sitzung.  Kostenpunkt: 290.000 Euro. 

"Eigentlich kritisieren wir Elterntaxis und gleichzeitig belohnen wir jetzt das Verhalten, in dem wir ihnen mit einem Parkplatz entgegenkommen"Tobias Hohmann (SPD)

Er sei hin- und hergerissen, sagte Tobias Bohmann (SPD) und gab zu bedenken: "Eigentlich kritisieren wir Elterntaxis und gleichzeitig belohnen wir jetzt das Verhalten, indem wir ihnen mit einem Parkplatz entgegenkommen. Das widerstrebt mir." Martin Backhaus (CDU) betonte: "Wir können die Eltern nicht mehr umerziehen. Daher unterstütze ich die Lösung." Professor Dr. Markus Kemper, der die Dringlichkeit der Situation unterstrich, schlug indes als kurzfristige Variante vor, die Einbahnstraße zu teilen und eine Fahrbahn für Autos und die andere ausschließlich für Radfahrer freizugeben. "Dann können die Eltern auch nicht mehr in zweiter Reihe halten." 

Ausschussvorsitzender Arnold Hannöver (BfG) hob abschließend noch mal die Dringlichkeit des Tagesordnungspunktes hervor: "Wir müssen die Schwächsten schützen." Und wenn es mit Blick auf den Haushalt um die hohen Kosten gehe, müsse man andere Maßnahmen mit weniger Priorität hinten anstellen. Eine finale Entscheidung trifft der Rat der Gemeinde Garrel in seiner nächsten Sitzung.

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