Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ein Spiel auf Zeit

Thema: Maßnahmen gegen den „Schweinestau“. Es gibt Lösungsansätze - diese bieten jedoch keinen dauerhaften Ausweg aus der Sackgasse.

Artikel teilen:

Mit dem Ampelsystem zur Vereinheitlichung der Entscheidung über Schlachthof-Schließungen sollen die Landkreise in die Lage versetzt werden, Schlachthöfe bei einem Corona-Ausbruch nicht sofort komplett schließen zu müssen. Damit gewinnt Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast Zeit. Mehr nicht.

Auch eine vorübergehende Ausnahme vom Schlachtverbot an Sonn- und Feiertagen würde den „Stau“ an schlachtreifen Schweinen in den Ställen der Landwirte nur kurzzeitig mindern. Das sind Lösungsansätze. Immerhin. Sie ebnen aber keinen dauerhaften Ausweg aus der Sackgasse. Denn greift die Pandemie im Nordwesten im aktuellen Tempo weiter um sich, sind größere Infektionsherde fast zwangsläufig. Dann helfen Landräten auch keine Ampeln mehr. Weder auf dem Schlachthof, noch in anderen Betrieben. Nicht mehr als ein wenig Zeit kauft sich die Ministerin auch mit der zweifelhaften Idee, Schlachthofbeschäftigte im Infektionsfall im Betrieb in eine sogenannte Arbeitsquarantäne zu schicken. Sie sollen nur noch zwischen Arbeit und Schlafquartier pendeln dürfen. Aber wie lange? Zwei Wochen? Zwei Monate? Im Grunde ist das Freiheitsentzug. Wie lange ist das zumutbar?

Die Wahrheit ist eine andere: Die Schweineproduktion wird wohl oder übel reduziert werden müssen. Das werden viele Ferkelerzeuger nicht überleben, weil finanzieller Ausgleich nicht in Sicht ist.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ein Spiel auf Zeit - OM online