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Ein nagender Zweifel

Thema: Inflation und die Zinspolitik der EZB – Ein Grund für die Entwicklung ist die Geldschwemme des vergangenen Jahrzehnts. Zeit für eine Notbremse. Das würde die Währungsunion ins Wanken bringen.

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Es gibt laute Krisen: Corona, Kriege, Migration. Und es gibt stille Krisen. Zu ihnen gehört die immer stärker ansteigende Inflation in Deutschland und Europa. Noch ist es nur eine Prognose, aber die Bundesbank hält eine Teuerungsrate von 6 Prozent im November für möglich. Die Beschwichtigungen kennen wir: Vorübergehende Effekte, nicht zuletzt wegen der Senkung der Mehrwertsteuer im Jahr 2020. Das mag alles eine Rolle spielen. Das Jahr 2021 ist ja bald vorbei; so lange können wir jetzt auch noch abwarten und sehen, ob sich die Inflation dann wieder einkriegt.

Doch Sorge ist angebracht: Die Europäische Zentralbank hat ihr Inflationsziel schon leicht angepasst: nicht mehr unter 2 Prozent soll sie liegen, sondern um diesen Wert: ein Kotau vor der Realität. Ein Grund für diese Entwicklung ist natürlich auch die Geldschwemme des vergangenen Jahrzehnts.

Preise steigen ins Absurde

Um die Währungsunion des Euro zusammenzuhalten und die von Schulden und Bürokratie erdrückte Wirtschaft in Südeuropa anzukurbeln, wird billiges Geld auf den Markt geworfen. Das hat Konsequenzen: Immobilienpreise steigen ins Absurde, jetzt zieht auch die Inflation nach. Das trifft vor allem ärmere Menschen.

Jetzt müsste die EZB reagieren, doch sie ist gefangen: Zieht sie die Bremse, dürfte die Währungsunion in ernsthafte Gefahr geraten. Eine politische Debatte über das Pro und Contra des Euro ist nicht gewollt. Doch es bleibt ein nagendes Gefühl des Zweifels, ob die Bewahrung der Währungsunion wirklich all die sozialen Verwerfungen wert ist, die sich zunehmend andeuten.

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