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Ein Jahr Jupa in Dinklage – läuft alles super?

Der Vorstand des Jugendparlaments spricht über das aktuelle Projekt und erklärt, welche Herausforderungen es für die ehrenamtlichen Jugendpolitiker gibt.

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Sie geben der Dinklager Jugend eine Stimme: (von links) Den Vorständlern Paul Eveslage, Jette Overberg und Hauke Rohe macht die Arbeit im Jugendparlament Spaß. Foto: Böckmann

Sie geben der Dinklager Jugend eine Stimme: (von links) Den Vorständlern Paul Eveslage, Jette Overberg und Hauke Rohe macht die Arbeit im Jugendparlament Spaß. Foto: Böckmann

Wenn Jette Overberg über die Arbeit im Jugendparlament der Stadt Dinklage spricht, dann ist das Lächeln im Gesicht der Gymnasiastin nicht zu übersehen. „Es ist ganz interessant, Sachen direkt mitzuerleben und einen Blick hinter die Kulissen der Politik zu bekommen. Wir können unsere Meinung sagen und ein bisschen Einfluss auf Entscheidungen nehmen. Das ist schon ganz cool.“

Jette Overberg ist die Vorsitzende des ersten Jugendparlaments (Jupa) in Dinklage und hat ihre Kandidatur nicht bereut. Sie bildet zusammen mit ihren Stellvertretern Paul Eveslage und Hauke Rohe sowie Kassenwart Johannes Witte den Vorstand. Exakt vor einem Jahr nahm das Gremium mit 13 Mitgliedern die Arbeit auf, um der Jugend in Dinklage eine Stimme zu geben.

Es gibt viele Ideen, aber ein begrenztes Budget

Also: Wie läuft es beim Jugendparlament? Gut, aber es könnte noch besser. „Das Geld ist halt schnell weg“, sagt Jette Overberg und schmunzelt. Das Jugendparlament hat ein jährliches Budget von 7000 Euro. Der Vorstand hat schnell gemerkt, dass er mit dem Budget gut haushalten muss. „Wir haben viele Ideen, aber die lassen sich finanziell eben nicht alle umsetzen“, sagt Hauke Rohe.

Das Jugendparlament habe sich deshalb entschieden, dass langfristige Projekte sinnvoller seien. Die erste Aktion war das Anlegen von zwei Blühstreifen an der Drostestraße und beim Radweg entlang der Dinkel auf einer Fläche des Kardinal-von-Galen-Hauses. Derzeit in Planung ist eine Aufenthaltsfläche beim Dönerladen am Epouvilleplatz.

Apropos: Das Jugendparlament möchte möglichst nach und nach mehr Plätze schaffen, an denen sich Jugendliche aufhalten und wohlfühlen können. Viele Jugendliche hielten sich eben rund um die Oberschule und den Jugendtreff auf, weil es keine Alternativen gebe. Da könne Dinklage noch attraktiver werden und mehr Aufenthaltsqualität schaffen, findet Jette Overberg. Zum Beispiel im Bürgerpark, wo Spiel- und Sportgeräte vor allem für Jugendliche attraktiv sein könnten, die kein Vereinsmitglied sind. Auch einige Spielplätze könnten besser ausgestattet werden, findet Hauke Rohe.

Die Arbeitsgruppen werden wieder aufgelöst

Doch neben dem eingeschränkten finanziellen Budget gibt es noch eine zweite Herausforderung für das Jugendparlament: das Personal. Weil 2  Jugendliche wegen Umzügen aus dem Jupa ausgeschieden sind, besteht das Gremium nur noch aus 11 Personen. Eigentlich sollte das Jupa mit 15 Personen starten – doch es bewarben sich nur 13 Kandidatinnen.

Die Konsequenz: Die anfangs eingeführten 3 Arbeitsgruppen wurden wieder aufgelöst. „Das war kein Fehlstart, aber es hat eben nicht funktioniert“, sagt Jette Overberg. Jetzt kümmern sich alle 11 Mitglieder gemeinsam um ein Projekt.

Der Jupa-Vorstand investiert rund 3 bis 4 Stunden pro Person pro Woche in das Ehrenamt. „Es heißt häufig: ‚Man hört nichts von euch. Macht mal das, das – und das.‘ Aber geht eben alles nicht so schnell“, sagt Overberg. Die Planung fresse doch viel Zeit. Die Vorsitzende betont: „Wir sind trotzdem motiviert und verstehen uns auch gut untereinander. Wir geben unser Bestes.“

Guter Austausch mit Politik und Verwaltung

Von der Dinklager Verwaltung fühlt sich der Jupa-Vorstand super unterstützt, speziell von Sozialamtsleiter Uwe Middendorf und Alina Abeln. Mit dem Jugendtreff gebe es einen guten Austausch. Auch in den politischen Gremien – Overberg sitzt im Jugendausschuss, Rohe im Arbeitskreis Verkehr und Eveslage im Arbeitskreis Klima – fühlen sich die Jungpolitiker ernst genommen. „Das sind Diskussionen auf einer guten Wellenlänge“, findet Paul Eveslage.

Das erste Jahr im Jugendparlament ist beendet, wo sieht der Vorstand das Jupa in 12 Monaten? „Wir hoffen, dass es dann auch ein Jugendparlament gibt und Jugendliche ihre Erfahrungen austauschen. Man kann schon etwas erreichen“, sagt Jette Overberg. Sie wird dem neuen Gremium vermutlich nicht angehören, da sie nach dem Abitur ein Jahr ins Ausland reisen möchte. Paul Eveslage darf aus Altergründen nicht noch einmal kandidieren. Hauke Rohe möchte sich erneut zur Wahl stellen.


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