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Ein Hoffnungsschimmer

Zum Thema: Start der Corona-Impfungen - Am Sonntag sind die Corona-Impfungen auch in Deutschland angelaufen. Zeit für ein bisschen Pathos.

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Für die einen ist es ein kleiner Nadelpieks, für Landesvater Stephan Weil (SPD) "der Auftakt zu der größten Impfaktion, die wir in Niedersachsen je gesehen haben". Keine Frage: Der 27. Dezember 2020 könnte als Wendepunkt, als Anfang vom Ende der Pandemie, in die Corona-Historie eingehen.

Too much? Ok, doch selbst wenn man es eine Pathos-Dosis kleiner haben will, dass die Impfungen gegen Covid-19 nun auch in Hotspots in Deutschland und Europa angelaufen sind, ist ohne Zweifel ein Hoffnungsschimmer in dunklen und trüben Zeiten. Ein Mutmacher, dass irgendwann wieder so etwas wie Normalität möglich sein wird, der Kampf gegen das Virus nicht aussichtslos ist - auch wenn sich ein Großteil der (jüngeren) Bevölkerung noch lange Zeit gedulden muss.

Gleichwohl, es nützt der beste und wirksamste Impfstoff nichts, wenn keiner von ihm Gebrauch machen will. Also kann man im Zuge des Startschusses nur appellieren, dass sich auch möglichst viele Menschen impfen lassen. Dass der Stoff von Biontech und Pfizer (auch) in Deutschland "für uns und für die Welt entwickelt wurde" und dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dies mit Stolz erfüllt, wie er am Sonntag twitterte, ist da eher eine zu vernachlässigende Fußnote.

Relevanter dürfte die Frage sein, wie in der Gesellschaft künftig mit Geimpften und Nicht-Geimpften umgangen wird. Genießen die einen Sonderrechte, werden die anderen ausgegrenzt? Dürfen die einen Fliegen und ins Konzert, die anderen nicht? Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist laut "Bild am Sonntag" gegen eine Unterscheidung zwischen beiden Gruppen, da dies einer Impfpflicht gleichkomme. Und er sei gegen einen Zwang. Seehofer warnt vor der Spaltung der Gesellschaft, appelliert, sich aus der Krise "gemeinsam und solidarisch heraus (zu) kämpfen". Wohlmeinende Worte, allein das Konfliktpotenzial bleibt.

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