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Ein Held für die Ewigkeit

Thema: Beerdigung von Bürgerrechtler John Lewis - Ein wahres Vorbild für gewaltfreien Protest hat die Bühne des Lebens verlassen. Sein Wirken bleibt auf ewig in Erinnerung.

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Es hat seinen guten Grund, dass der Leichnam von John Lewis zunächst im Kapitol in Washington aufgebahrt war - eine selten erteilte Ehre - ehe der verstorbene Bürgerrechtler und Kongressabgeordnete Donnerstag beerdigt wurde: Dieser Mann war bis zu seinem Tod etwa 60 Jahre lang mitverantwortlich dafür, dass die Gleichberechtigung von Schwarzen in den USA trotz aller weiterhin existenten Defizite vorangekommen ist und das Land - gestern wie heute - noch nicht vollends im Rassismussumpf versunken ist.

Die Initialzündung der aktuellen Anti-Rassismus-Bewegung war der Tod von George Floyd. Lewis' Weckruf war die brutale Ermordung des 14-jährigen Emmett Till im Jahr 1955. Mehrere weiße Männer hatten den Jungen gelyncht und getötet und kamen straffrei davon.

Lewis wurde Weggefährte des Bürgerrechtlers Martin Luther King. Er war 1963 beim "Marsch auf Washington" dabei und führte 1965 den ersten Selma-Marsch an, der am sogenannten Bloody Sunday von der Polizei niedergeschlagen wurde. Obwohl Lewis dabei schwere Verletzungen erlitt und später wegen seines Einsatzes unzählige Male in Haft saß, hat er stets Gewaltfreiheit propagiert und vorgelebt.

Vor dem Hintergrund der erneuten Rassismusdebatte taucht derweil die Frage auf, wie viel er erreicht und verändert hat. Dazu: Ohne Menschen wie ihn und die Opfer, die sie erbracht haben, wäre die Rassentrennung nicht beendet worden, hätte es einen Präsidenten Obama nie gegeben. "Seid konstruktiv, nicht destruktiv", rief er den Protestlern zuletzt zu. John Lewis ist ein Held für die Ewigkeit.

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