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Ein "aufreibendes" Jahr neigt sich dem Ende

Im Gespräch mit OM Online blickt Bösels Bürgermeister Hermann Block auf 2021 zurück. Baumaßnahmen spielen dabei eine große Rolle.

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Riesig: Die Bauarbeiten zum neuen Regenrückhaltebecken der Gemeinde haben begonnen. Insgesamt umfasst seine Fläche 2,2 Hektar. Foto: Wimberg

Riesig: Die Bauarbeiten zum neuen Regenrückhaltebecken der Gemeinde haben begonnen. Insgesamt umfasst seine Fläche 2,2 Hektar. Foto: Wimberg

„Aufreibend“ bilanziert Bösels Bürgermeister das sich dem Ende neigende  Jahr. Nicht nur aufgrund der Pandemie, sondern auch wegen manch politischer Entscheidung, die für Turbulenzen sorgte. Das Dichtekonzept beherrschte vielfach die Debatten. „Das wird bleiben und wir werden auch in Zukunft nicht alle Bürger mitnehmen und überzeugen können“, so der Verwaltungschef.

Einer der Höhepunkte, die mit der städtebaulichen Neustrukturierung der Verwaltung verbunden war: der massive Anliegerprotest gegen die Überplanung einer Grünfläche im Siedlungsgebiet an der Pfarrer-Sommer-Straße, der auch über halbseitige Zeitungsanzeigen öffentlich gemacht wurde. Anwohner der Theodor-Storm-Straße und des Hölker Weges gründeten darüber hinaus eine Bürgerinitiative gegen das aus ihrer Sicht „investorenfreundliche“ Konzept und übten ebenfalls scharfe Kritik an der Gemeinde.

Bevölkerungszahl steigt auf 8893 Einwohner

Eine überregionale Berichterstattung löste der Coronaausbruch nach einer Sitzung des Gemeinderates in der Sporthalle aus. Nach der Wahl im September verabschiedeten sich elf Politiker, das Durchschnittsalter ist von 59 auf 45,5 Jahre gesunken. Die Bevölkerungszahl hat sich von 8665 auf 8893 Einwohner erhöht. Um ihnen ein attraktives Leben zu ermöglichen, muss in Infrastruktur investiert werden. Wohn- und Gewerbegebiete wurden ausgewiesen, Kindertagesstätten geplant und erweitert sowie Straßen und Wege instandgesetzt. Das größte Projekt in diesem Zusammenhang ist der Bau des Kreisverkehrsplatzes in der Ortsmitte.

In der vergangenen Ratsperiode seien insgesamt rund 24,6 Millionen Euro in die Infrastruktur geflossen, das Gewerbesteueraufkommen bleibe mit rund fünf Millionen Euro stabil, informiert Block auch im Beisein von Rainer Hollje als allgemeiner Vertreter sowie Bauamtsleiter Christoph Burtz.

Der Bürgermeister erinnerte an die Ernennung von Arthur Kasperczyk zum neuen stellvertretenden Gemeindebrandmeister. Gemeindebrandmeister Franz-Josef Nording werde jedoch nur noch bis zum 1. April im Amt bleiben, somit werde es eine weitere personelle Veränderung geben. Die Feuerwehr stellte im zu Ende gehenden Jahr zudem ihre Florianhütte zugunsten des ersten Waldkindergartens („Florians Entdeckerland“) zur Verfügung, der vom St.-Anna-Kindergarten organisiert wird. Zwei weitere Kitas sind geplant, eine davon die „Kita für alle“ des Caritas-Vereins.

Großes Interesse am Gewerbegebiet Westerloh

2021 wurde das Begegnungszentrum als Nachfolger des Pfarrheims gebaut und eingeweiht, an dessen Kosten die Gemeinde beteiligt war. Sie investierte in ihre Schulen und trug dabei auch den Ganztagsangeboten Rechnung.

Schmiede- und Weberstraße heißen die Straßen im neuen Gewerbegebiet Westerloh. Vor Sommer 2022 könne es keine Erschließung geben, so Block, doch interessierte Unternehmer, mit denen Verträge geschlossen werden, gebe es schon jetzt. Auch  die Möglichkeit, in diesem Gebiet eine Spielothek einzurichten, stoße auf rege Resonanz.

Schweres Gerät steht bereits an der Fladderburger Straße, um die Auskofferungsarbeiten für das Regenrückhaltebecken vorzunehmen. Stattliche 2,2 Hektar umfasst sein Umfang, 132 Hektar sein Einzugsgebiet. Das Nutzvolumen wurde auf 13.300 Kubikmeter festgelegt. Seine Herstellung ist mit einem Bodenaushub von 39.000 Kubikmetern verbunden.

109 Kinder erblickten das Licht der Welt

Hohe Zahlen auch bei den Geburten in der Gemeinde: 109 Mädchen und Jungen erblickten das Licht der Welt. „Soviel wie noch nie seit Beginn meiner Amtszeit“, sagt Block. 65 Bürger sind gestorben, 24 Paare haben geheiratet.

Zum Rückblick zählte auch die Auszeichnung des Landes Niedersachsen für Theo Tangemann aus Petersdorf beim Tag der Ehrenamtlichen. Nicht zuletzt wies die Verwaltung darauf hin, dass sie statt Weihnachtskarten der DJK Bösel 500 Euro, der Seniorengemeinschaft Petersdorf 200 und der Seniorengemeinschaft Bösel 300 Euro spendet. Ob die Bürger ihrem Bürgermeister weiterhin das Vertrauen schenken, entscheidet sich zu Beginn des Jahres: Am 27. Februar haben sie die Wahl.

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