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Edelstahl statt Fliesen:  Nichtschwimmerbecken im Waldbad wird saniert

Der Ausschuss für Umwelt, Bau und Stadtentwicklung votierte einmütig für die teuerste, aber auch die nachhaltigste Variante. Knapp 600.000 Euro kostet die Erneuerung.

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Ein Publikumsmagnet im Sommer: Das Lohner Waldbad befindet im Naherholungsgebiet Hopener Wald. Foto: Stadt Lohne/Bregen

Ein Publikumsmagnet im Sommer: Das Lohner Waldbad befindet im Naherholungsgebiet Hopener Wald. Foto: Stadt Lohne/Bregen

Die Stadt Lohne muss das Nichtschwimmerbecken im Waldbad sanieren – und setzt dabei voraussichtlich voll auf Edelstahl. Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bau und Stadtentwicklung votierten nach der Vorstellung verschiedener Varianten einmütig für den robusten und langlebigen Werkstoff – der aber auch seinen Preis hat: Der Austausch des Beckenkopfs und die Auskleidung des Beckens mit dem Metall kosten knapp 600.000 Euro.

Oliver Tober vom Büro Geising + Böker Generalplaner aus Vechta stellte während der Sitzung vier Varianten vor und erörterte jeweils die Vor- und Nachteile. Tober sagte, die Sanierung des amorph-geformten Nichtschwimmerbeckens könnte vollständig in Edelstahl, mit neuen Fliesen, mit Polypropylen-Folie (PP-Folie) oder in einer Kombination aus Edelstahl und PP-Folie erfolgen.

In der Bewertung des Büros erhielt die reine Edelstahl-Version eine Qualitätsempfehlung. Auf Platz zwei lag die Kombi-Variante als kostenoptimierte Lösung, gefolgt von einer Neuverfliesung, die mit einem Herstellungsrisiko verbunden sei. Das Schlusslicht bildete die Variante mit PP-Folie, die Tober als schadensanfällig klassifizierte.

Folienlösung wäre am günstigsten

Auch preislich unterscheiden sich die vorgestellten Varianten. Während eine Lösung mit PP-Folie mit knapp 340.000 Euro vergleichsweise günstig ist, schlägt die Edelstahl-Variante mit 592.000 Euro zu Buche. Dazwischen pendeln sich neue Fliesen (390.000 Euro) und die Kombination Edelstahl/PP-Folie (etwa 504.000 Euro) ein. Es handelt sich bei den Angaben um reine Baukosten, ohne Nebenkosten. Circa 10.000 Euro müssen jeweils für das Herrichten der Außenanlagen inkludiert werden.

Tober erklärte, dass die Bauzeit von der Sanierungsart abhängig sei. Der Umfang der Arbeiten sei ebenfalls ausschlaggebend. Die Stadt müsse von einem Zeitfenster von mindestens 3 Monaten ausgehen. Der Winter komme nicht infrage. 

2018 kam es im Waldbad zu einem Frostschaden

Während der Aussprache antwortete der Planer auf Nachfrage von Dr. Lutz Neubauer (Fraktion "Pro Wald"), dass ein Edelstahlbecken die geringste Gefahr von Verkeimung aufweise. Angaben zur Ökobilanz wollte Tober nachliefern. Er erläuterte, dass ein Metallbecken am haltbarsten sei – vor allem in puncto Frost. An anfälligsten für Frostschäden sind hingegen Fliesen.

Damit hat die Stadt im Waldbad bereits leidvolle Erfahrungen gemacht. Kurzer Rückblick: 2018 musste das Nichtschwimmerbecken kurz nach Beginn der Badesaison für fast 2 Monate gesperrt werden. Aufgrund von Frostschäden hatten sich Bodenfliesen gelöst. Da das Ausmaß größer war als zunächst angenommen, musste die Stadt eine aufwendige Sanierung durchführen lassen. Kostenpunkt: etwa 80.000 Euro. 

Konrad Rohe (CDU) lobte die Ausführungen von Tober. "So stelle ich mir das vor." Er sprach sich für eine Edelstahllösung aus – "auch wenn es sich um die teuerste Variante handelt". 

Eckhard Knospe (SPD/Grünen-Gruppe) fragte zur Lebensdauer an, worauf Tober entgegnete: "Mein erstes Edelstahlbecken stammt aus dem Jahr 1992. Daran musste noch nie etwas gemacht werden." Weiter informierte sich Knospe zur Reinigung – ebenfalls ein Plus beim Metall. Er wünschte sich die Option, nachträglich eine Abdeckung für das Becken installieren zu können. Tober sagte, dies zu berücksichtigen, sei während der Ausschreibung kein Problem.

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