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Durchziehen, was rechtlich erlaubt ist

Emsteks Bürgermeister Michael Fischer zieht bei allen Widrigkeiten eine positive Bilanz für 2021. An Aufgaben wird es auch in 2022 nicht mangeln.

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Junge Gemeinde: Da darf eine Hebammen-Sprechstunde nicht fehlen. Archivfoto: Vorwerk

Junge Gemeinde: Da darf eine Hebammen-Sprechstunde nicht fehlen. Archivfoto: Vorwerk

"Trotz Corona haben wir eine Menge gewuppt", sagt Emsteks Bürgermeister Michael Fischer in einem Jahresabschlussgespräch mit der Redaktion. Das gilt für bauliche Maßnahmen, aber auch für Veranstaltungen. "Wir haben im rechtlichen Rahmen alles durchgezogen und werden das auch weitermachen. Wir haben keine Angst."

Einer, der sich seit 2021 unter anderem um Veranstaltungen, Aktionen und die Belebung der Gemeinde kümmert, ist Wolfgang Lüske. Als Kommunalmarketingbeauftragter knüpft er auf Teilzeitbasis die Verbindungen und kann dabei auf ein eigenes gut verzweigtes Netzwerk zurückgreifen. Offiziell ausgeschrieben war diese Stelle nicht und Fischer sieht dies auch eher als eingekaufte Beratungsleistung, zumal man unter einem gewissen Zeitdruck stand, um Fördermittel zu bekommen. "Gedanklich haben wir uns aber mit mehreren Personen beschäftigt, sie mussten aber auch verfügbar sein." 

Nach langer Planung und einer noch länger andauernden Umbauphase ist  das Familienbüro Emstek zum 1. September in die neuen Räume an der Halener Straße umgezogen. Dort haben sich die Familienbeauftragten Melanie Thoben und Nancy Menke neu eingerichtet und seitdem werden an dieser Adresse nicht nur die Aufgaben des Familienbüros weitergeführt, sondern auch verschiedenste neue Angebote vor Ort geplant. Die Bandbreite erstreckt sich dabei von einem offenen Treff bis hin zu speziellen Kursangeboten für Jung und Alt. All dies geschieht unter dem Namen „Forum Emstek“. Die Räumlichkeiten stehen seit September für alle Emsteker, jedoch wurde vorerst auf Gruppenangebote verzichtet. "Die Familienbeauftragten freuen sich nun auf das kommende Jahr und hoffen auf mehr Leben und viele spannende Angebote im Forum Emstek", so Fischer.

Neue Kitas und Erweiterungen

Schon im April startete dort in Kooperation mit dem SKF Cloppenburg die Familienhebammensprechstunde. Bärbel Preut berät alle 14 Tage im Forum zu Fragen in der Schwangerschaft und im ersten Babyjahr. "Dieses Angebot ist insbesondere für Frauen, die keine Hebamme haben, die sie ansprechen können, sehr wertvoll", bilanziert der Verwaltungschef.

Unter dem Schwerpunkt Familie sieht Fischer die Betreuung als zentralen Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleich mehrere Baumaßnahmen wurden deshalb in Angriff genommen, wie der Neubau einer viergruppigen Kindertagesstätte an der Margarethenstraße in Emstek, der Neubau einer eingruppigen Kinderkrippe an der Kampstraße in Emstek, der Umbau und Erweiterung des Don-Bosco-Kindergartens in Höltinghausen sowie der Neubau und die Inbetriebnahme einer zweigruppigen Kindertagesstätte in Hoheging.

Im Rahmen des Digitalpaktes des Bundes und der Länder wurden in allen Emsteker Schulen WLAN-Netzwerke und digitale Tafeln realisiert. Alle Klassenräume sind entsprechend ausgestattet und für die Zukunft gut gerüstet. Fischer: "Wichtig ist nun, dass das Land die Digitalisierung konsequent fortsetzt und für eine entsprechende Ausstattung der Schüler mit digitalen Endgeräten sorgt."

Kostenloses Wlan an vier Standorten

Die eigenen Endgeräte ins Netz bringen, das kann kostenlos an vier Stellen im Ort erfolgen. Unterstützt durch das Förderprogramm WiF4EU wurden Hotspots für ein freies Wlan in Emstek geschaffen. Im Bereich des Markplatzes, des Bürgerparks und im Umfeld der Dreifeldsporthalle sowie des Fußballstadions in Emstek sind nun entsprechende Netze verfügbar.

Die Mittagsverpflegung an den Grundschulen ist zwingender Bestandteil der Ganztagsschule. Dafür wurde in Emstek eine neue Mensa nebst Pausenhalle an der Grundschule in Emstek gebaut. Die Kosten: 2,2 Millionen Euro. Auch in Bühren und Höltinghausen soll für die Verpflegung angebaut werden. Der Mangel an Baumaterial und Handwerkern hat allerdings zu Verzögerungen geführt, was sich finanziell zunächst als kleine Katastrophe darstellen sollte. Bei Gesamtkosten von 730.000 Euro war knapp eine halbe Million Euro an Fördermitteln eingeplant. Dafür hätte bis zum Jahresende aber alles fertig und abgerechnet sein müssen. Eine Fristverlängerung wurde zunächst abgelehnt, doch vor wenigen Tagen gab es die gute Nachricht: nun ist bis Ende 2022 Zeit.

Auch ohne die beiden Mensen hat es an Bautätigkeiten nicht gemangelt. Die Ortsdurchfahrt Höltinghausen wurde grundlegend saniert und in Bühren wurde das nächste Wohngebiet erschlossen. In den Endausbau von Wohnstraßen hat man sich in Hoheging und Schneiderkrug begeben. Der Ausbau der August-Kühling-Straße wird noch bis in das Jahr 2022 andauern. Für die Entlastungsstraße zwischen Alte Bundesstraße und Halener Straße ist der Bebauungsplan aufgestellt. 

Dreiländereck ist in der Dorfentwicklung

Das Dreiländereck Hoheging, Kellerhöhe und Bürgermoor (HoKeBü) ist in die Dorfentwicklung des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Nach eingehenden Beratungen lauten die Startprojekte "Alter Kindergarten / Dominikus-Haus", "Fahrradweg am Mittelweg", "Landhaus Meyer", "Ortskern mit Kirchenumfeld aufwerten", "Erweiterung und Sanierung des Pater-Titus-Haus", "Anlage eines Rundwanderweges" und "Schützen- /Dorfplatz". Im ersten Quartal 2022 ist der Dorfentwicklungsplan von den Gremien der beteiligten Kommunen Emstek, Garrel und Cloppenburg zu beschließen und dem Amt für regionale Landentwicklung zur Anerkennung vorzulegen. Danach können in den Folgejahren zum jeweiligen Stichtag 30. September  Anträge gestellt werden.

Emstek wächst. Zum 1. Dezember zählte die Gemeinde 12.533 Einwohner und dieser Tatsache wird mit neuen Baugebieten Rechnung getragen, die in Halen und Emstek entstehen sollen. Den 142 Geburten standen bis Anfang Dezember 106 Sterbefälle gegenüber. Zudem gaben sich im Rathaus 58 Paare das Ja-Wort.

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