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Dünne Personaldecke: Politische Anträge brauchen in Löningen etwas länger

Unter anderem geht es um die Einrichtung eines Bestattungswaldes. Bis zum Herbst soll sich die Situation entspannen. Dann stehen der Verwaltung weitere Mitarbeiter zur Verfügung.

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Nicht genug Personal: Im Löninger Rathaus türmt sich die Arbeit.

Nicht genug Personal: Im Löninger Rathaus türmt sich die Arbeit.

Im Löninger Rathaus ist die Personalsituation seit Monaten angespannt. Mancher Fachbereich laufe  inzwischen "auf der Felge", bestätigt Bürgermeister Burkhard Sibbel. Entlastung ist jedoch in Sicht: In der vergangenen Woche führten Sibbel und der Erste Stadtrat Thomas Willen ein Einstellungsgespräch nach dem anderen. Die Bewerberlage sei besser als erwartet, sagen beide.

Acht neue Mitarbeiter sollen demnächst in den Amtszimmern anfangen. Teilweise handelt es sich jedoch um Nachbesetzungen. "Wir haben zurzeit eine starke Altersfluktuation", berichtet Sibbel. Gesucht wurden unter anderem Sachbearbeiter für den Sozialbereich. Die Verwaltung übernehme immer mehr Aufgaben, erklärt der Bürgermeister.  Hinzu kämen die laufenden Projekte. Wegen der vergleichsweise dünnen Personaldecke dauere die Bearbeitung in einigen Fällen länger, als normal.

Das hat inzwischen auch die Politik bemerkt. So wunderte sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Egbert Schäpker, warum mehrere, bereits 2020 und 2021 bei der Verwaltung eingebrachten Anträge bisher nicht ihren Weg in den Stadtrat gefunden haben. Auch OM-Online hakte nach. Die Unterbringung der Geflüchteten aus der Ukraine habe in den vergangenen Monaten viele Kräfte gebunden, erklärt Burkhard Sibbel. Untätig sei man aber nicht geblieben.

Bestattungen bald eventuell im Ehrener Wald möglich

Beispiel Bestattungswald: Fast ein Jahr nach der Antragstellung gab es darüber noch keine Beratung, Vorgespräche mit der Stiftung Arenberg dagegen schon. Sie lässt im Nordwesten rund 9500 Hektar Wälder bewirtschaften, darunter den Ehrener Wald südlich der Stadt. Angehörige könnten die Urnen ihrer Verstorbenen einmal in einem jungen, knapp 5 Hektar großen Buchenbestand beisetzen. Die beiden großen Kirchengemeinden in Löningen hätten keine Einwände gegen das Vorhaben, berichtet Burkhard Sibbel. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Landkreis nach den Bührener Tannen einen zweiten Friedwald bekommen könnte. "Zuvor müssen wir uns aber noch ein eigenes Bild machen." Dazu möchte Sibbel gemeinsam mit Ratsvertretern den Bestattungswald bei Spanharrenstätte besuchen.

Ebenfalls um das Gedenken geht es in einem Antrag des ehemaligen Ratsherrn Tom Dobrowolski (Die Linke).  Im Herbst 2020 schlug er die Anbringung einer Tafel an einem Haus in der Tabbenstraße vor, aus dem das jüdische Geschwisterpaar Steinburg in der Pogromnacht am 9. November 1938 vertrieben wurde. Vor dem Haus erinnern bereits sogenannte Stolpersteine an den 1942 in Hannover verstorbenen Julius Steinberg und seine Schwester Amalie, deren Spur sich nach ihrer Deportation verloren hat. Der Vorschlag ist umstritten. Der ehemalige Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Oldenburger Münsterland, Hans-Werner Büsching, habe sich gegen eine weitere Gedenktafel ausgesprochen, weil diese seiner Meinung nach die Wirkung der Stolpersteine beeinträchtige, sagt Burkhard Sibbel. Derzeit werde der Nachlass des verstorbenen Geschichtslehrers gesichtet. "Das wird noch einige Zeit dauern."

Pflegeeinrichtungen gegen Begrüßungsgeld

Die Grünen-Linke-Gruppe hatte sich  Anfang 2021 auch dafür stark gemacht, neue Pflegekräfte mit einem Begrüßungsgeld nach Löningen zu locken. Die Verwaltung habe dazu die örtlichen Einrichtungen befragt, berichtet Sibbel. "Der Vorschlag stieß überall auf Ablehnung, weil befürchtet wird, dass er einen Wettbewerb auslösen könnte." Im Herbst soll das Thema trotzdem im Rat behandelt werden. Das gilt auch für ein von den Grünen angeregtes kommunales Kinderschutzkonzept, das seit Dezember vergangenen Jahres auf Eis liegt. Auch hier hat die Stadt sich erkundigt und mit einer Expertin des Landkreises gesprochen. Burkhard Sibbel zeigt sich offen: "Wenn es mehrheitlich gewünscht ist, werden wir es einführen."

Eine baldige Beratung kündigt Sibbel auch für den Bau einer Ampelanlage an der Kreuzung Vinner Weg/Am Notboom/Im Holte  sowie für die Anschaffung weiterer Defibrillatoren an. 5 Geräte gegen den plötzlichen Herztod wurden bisher in Löningen angebracht. 16 Stück müssten es eigentlich sein, sagt Sibbel. Bis zu 3000 Euro kostet ein Defibrillator, hinzu kommt die regelmäßige Wartung. "Wenn sein Einsatz auch nur ein Leben rettet, hat sich der Aufwand aber gelohnt", betont der Bürgermeister.

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