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Drei Gemeinden des Alten Amtes Löningen sollen sich Klimaschutz-Manager teilen

Der Planungsausschuss hat den Antrag der Grünen auf eine eigene Stelle nur für die Stadt Löningen abgelehnt. Zudem erhält die kommunale Kläranlage in diesem Jahr eine Klärschlammtrocknung.

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Vom größten Stromverbraucher zum Produzenten: Das bereits vor Jahren entwickelte Projekt sieht den Bau einer Klärschlammtrocknung und eines Blockheizkraftwerks auf der Kläranlage vor.   Foto: Siemer

Vom größten Stromverbraucher zum Produzenten: Das bereits vor Jahren entwickelte Projekt sieht den Bau einer Klärschlammtrocknung und eines Blockheizkraftwerks auf der Kläranlage vor.   Foto: Siemer

Die Stadt Löningen stellt keinen eigenen Klimaschutzmanager ein, sondern hält an den bisherigen Plänen fest, sich diese Stelle und die Aufgaben mit den übrigen drei Nachbarkommunen des Alten Amtes Löningen zu teilen. Das sind das Ergebnis und die Empfehlung an den Rat in den Haushaltsberatungen im Ausschuss für Planen, Bauen Umwelt und Verkehr.

Bei zwei Enthaltungen (Rainer Kroner, SPD, und Klaus Hölzen, CDU) lehnten die Mitglieder einstimmig den Antrag von Egbert Schäpker und Maria Kruse von den Grünen ab, Haushaltsmittel für eine eigene volle Stelle zur Verfügung zu stellen. Schäpker veranschlagt brutto Personalkosten für eine Vollzeitstelle von etwa 90.000 Euro, davon abzuziehen sei aber eine 50-prozentige Förderung durch die nationale Klimaschutzinitiative. Durch die immer größer werdende Klimakrise sei ein Handeln im Bereich des Klimaschutzes auf allen kommunalen Ebenen dringend nötig. Dieses Handeln benötige vor allem personelle Ressourcen, die mit der neuen Stelle geschaffen werden sollen.

Sibbel sieht viel Synergien bei gemeinsamer Lösung

„Die aktuellen Überlegungen, gemeinsam in den vier Südkreisgemeinden eine Stelle zu schaffen, sehen wir als nicht ausreichend und zielführend an“, so der Grüne. Diese Person hätte dann in Löningen nur eine Arbeitszeit von 9,75 Stunden die Woche, also noch nicht einmal zwei Stunden pro Tag zur Verfügung, um beispielsweise folgende Aufgaben zu erledigen: Steuerung und Koordination der Umsetzung des Konzeptes und der Klimaschutzaktivitäten, Kontrolle der erreichten Ziele, Evaluation von Maßnahmen und Prozessen und damit verbunden die ständige Verbesserung der Abläufe und Instrumente, Darstellung und Kommunikation der Aktivitäten sowie das Vernetzen der lokalen Klimaschutzakteure um den Informations- und Erfahrungsaustausch zu fördern. Bürgermeister Burkhard Sibbel, Jörg Bremersmann (UfL) und Agnes Menke (CDU) sprachen sich für die gemeinsame Lösung aus. Sibbel sah zudem viele Synergien bei diesem Thema zwischen den vier Kommunen.

Als konkretes, bedeutendes Projekt und praktischen Klimaschutz, der den ökologischen Fußabdruck der Stadt und seiner Bewohner in den kommenden Jahren deutlich verringere, wertet Bürgermeister Burkhard Sibbel den bereits seit einigen Jahren vorbereiteten und begonnenen Aus- und Umbau der Kläranlage. An dessen Ende soll nach Angaben von Geschäftsbereichsleiter und für das Kläranlagenprojekt verantwortlichen Jens Flerlage in 3 bis 4 Jahren der Wandel vom größten Stromverbraucher der Stadt zum Selbstversorger und zum Einspeiser der überschüssigen Energie ins öffentliche Netz stehen. Zurzeit werden 1,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr auf der kommunalen Anlage verbraucht.

Klärschlammentsorgung ist Hauptkostenfaktor

Um den Hauptkostenfaktor, den Klärschlamm, drastisch zu reduzieren, wird 2022 der erste Schritt des schon vor Jahren erarbeiteten mehrstufigen Konzepts, eine Klärschlammtrocknung und das dazugehörende Blockheizkraftwerk (BHKW), gebaut. Dafür sind nach Angaben von Kämmerer Markus Brundiers 2 Millionen Euro im Etat 2022 vorgesehen. Nach Flerlages Angaben fallen zurzeit rund 2500 Tonnen Klärschlamm im Jahr an, durch die Trocknung reduziert sich die Menge auf 700 Tonnen, die dann nach den sich ständig weiter verschärfenden Vorschriften verbrannt werden müssen. Das Konzept sieht in einem zweiten Schritt vor, den Energierohstoff für das BHKW selbst zu produzieren.

Das soll 2024/25 durch den Bau eines stark vom Bund geförderten Faulturms zum Produzieren von Klärgas geschehen. Rund 70 Prozent der benötigten Gasmenge wird dann in der eigenen Anlage hergestellt. Insgesamt erwartet Flerlage mittelfristig, dass rund 400.000 Euro Betriebskosten beim Strom und den sinkenden Verbrennungskosten eingespart werden. Ziel sei es, die Abwassergebühren trotz der Millionen-Investitionen dauerhaft auf einem stabilen Niveau zu halten.

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