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Dorfgemeinschaft Nutteln bekommt Putzkraft bezahlt

Die lebhafte Diskussion im Fachausschuss wurde im Gemeinderat fortgesetzt. 2000 Euro jährlich wurden am Ende beschlossen und ein Förderkonzept soll erstellt werden.

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Frisch gewischt: Die Dorfgemeinschaft in Nutteln bekommt für die Reinigungsarbeiten 2000 Euro jährlich aus der Gemeindekasse. Foto: Vorwerk

Frisch gewischt: Die Dorfgemeinschaft in Nutteln bekommt für die Reinigungsarbeiten 2000 Euro jährlich aus der Gemeindekasse. Foto: Vorwerk

Wer putzt das Dorfgemeinschaftshaus? Im zuständigen Fachausschuss war der Zuschuss zu den Unterhaltungskosten für das Dörphus in Nutteln bereits Gegenstand einer lebhaften Diskussion, die sich nun im Gemeinderat fortsetzte. Am Ende wurde der Antrag der Dorfgemeinschaft Nutteln-Tegelrieden mit den Stimmen der CDU sowie dem Votum von Willi Meinerling (Grüne) beschlossen. Clemens Poppe (FDP) enthielt sich und die UWG plus Bürgermeister Marcus Brinkmann sprachen sich dagegen aus.

Jährlich werden demnach 2000 Euro für die Reinigung an die Dorfgemeinschaft gezahlt, zuzüglich einer Pauschale von 500 Euro für Kleinstreparaturen und laufende anfallende Kosten. Zudem soll seitens der Verwaltung ein Förderkonzept für die Nutzung von Dorfgemeinschaftshäusern erstellt werden, um zukünftig eine Gleichbehandlung aller Dorfgemeinschaftshäuser gewährleisten zu können.

Bürgermeister hätte sich gemeinsamen Weg gewünscht

"Ich hätte mir gewünscht, dass sich alle Fraktionen noch einmal an den Tisch setzen, um gemeinsam einen Weg zu finden. Allen ist es ein Anliegen, das Ehrenamt zu fördern", hatte Bürgermeister Brinkmann vor der Abstimmung erklärt. Im Fachausschuss hatte es die Frage gegeben, welche Gruppen in welcher Stärke sich dort zu welchen Anlässen treffen, um den Reinigungsaufwand abschätzen zu können. Eine Antwort blieb mit dem Verweis auf den Datenschutz aus. Für eine derartige Geheimhaltung sah Brinkmann keine Grundlage und "die Antwort muss auch nicht in offener Sitzung erfolgen".

Eine kritische Betrachtung wünschte sich auch Dieter Ummen (UWG). Eine einjährige Gewährung der Mittel hielt er für ausreichend, um in dieser Zeit eine allgemeingültige Regelung zu finden und eine Förderrichtlinie zu erstellen. Eine zu knapp bemessene Zeit, fand Silke Haase (CDU). Das Dorfgemeinschaftshaus in Schwichteler sei noch nicht fertig und in Cappeln werde es ebenfalls noch dauern. Da die Dorfgemeinschaft komplett ohne Vereinsbeiträge arbeite und zudem noch Schulden zu tilgen seien, sollte über eine Summe von 2000 beziehungsweise 2500 Euro nicht lange diskutiert werden, erklärte Christin Eilers (CDU).

Geheimniskrämerei stört Clemens Poppe

"Andere Anträge mit höheren Summen werden durchgewinkt", verstand auch Carsten Wichmann (CDU) den Trubel nicht. Daniel Willenborg (UWG) wollte die Entscheidung zurückgestellt wissen, um ein Konzept für alle drei Häuser zu erstellen. "Warum dürfen wir nicht wissen, wer sich dort trifft", fragte Clemens Poppe, der nach eigenem Bekunden aber auch keinen Königsweg erkannte.

"Wir haben noch nichts Vergleichbares", erklärte Stephan Ahrens (CDU) und verwies darauf, dass man bereits einen Probelauf über 3 Jahre hinter sich habe und in dieser Zeit Erfahrungen gesammelt hat. "Vermutlich wird im Dorfgemeinschaftshaus in Cappeln die Putzfrau der Gemeinde durchwischen", ergänzte der Sevelter. Das Cappelner Dorfgemeinschaftshaus soll übrigens im Zuge der Sanierung des Rathauses geschaffen werden.

Ulla Niemeyer (CDU) untermauerte die Bedeutung eines Dorfgemeinschaftshauses für die Einwohner: "Jeder muss es sich leisten können und nicht am Ende noch ein paar Euro für die Reinigung zahlen." Vorerst wird es nach dieser Abstimmung auch nicht soweit kommen.

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