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Diskussion fand nie statt

Thema: Atomkraft – Während Deutschland den Ausstieg aus der Atomkraft abschließt, setzen andere Länder auf weiter entwickelte Meiler. Klimapolitisch gibt ihnen die EU-Kommission jetzt Recht.

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"Atomkraft – nein danke": Den Aufkleber mit der lächelnden Sonne kennt hierzulande jeder. Unter den Deutschen blieb die Skepsis gegenüber den Meilern stets größer als anderswo. Spätestens nach dem Reaktorunglück von Fukushima war die Technik politisch nicht mehr zu halten. Ende 2022 werden die letzten Kraftwerke vom Netz genommen.

Das Problem: Soll der Strom weiter zuverlässig aus der Steckdose kommen, müssen Alternativen zur Verfügung stehen. Und die sollen  auch noch "sauber" sein. Allein mit Windkraft ist das bislang nicht zu schaffen. Die Absicht der EU-Kommission, Atom- und Gaskraftwerke als klimafreundlich einzustufen, könnte deshalb für die Ampel zur Zerreißprobe werden. Während die Grünen schäumen, beurteilt die FDP vor allem die Gas-Pläne deutlich wohlwollender. Auch Kanzler Olaf Scholz weiß, dass den Deutschen ohne zuverlässige Übergangstechnologie demnächst der Stecker gezogen würde. Für die Grünen besonders blöd: Selbst Klimaschutz-Ikone Greta Thunberg hat sich nicht ausdrücklich gegen die Atomenergie ausgesprochen. Sie sieht in ihr zwar nur einen kleinen Beitrag auf dem Weg zu einer CO2-freien Energiegewinnung – aber immerhin...

Während wir inzwischen den technologischen Anschluss verlieren, wurden im Ausland neue, kleine Reaktoren entwickelt, die sicherer sein sollen und angeblich sogar Atommüll in Energie umwandeln. Hat das stromhungrigste Land Europas die Atomkraft zu schnell abgeschrieben? Eine offene Diskussion darüber wäre wichtig gewesen. Sie fand aus ideologischen Gründen nie statt. 

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