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Dinklager Windpark-Projekt nimmt weitere Hürde

Der Bauausschuss sieht kaum Probleme. Mitte Dezember könnte das Projekt in eine nächste Phase gehen.

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Solche Windräder könnten bald auch in Dinklage gebaut werden. Damit sollen die aktuellen Anlagen ersetzt werden. Symbolfoto: dpa

Solche Windräder könnten bald auch in Dinklage gebaut werden. Damit sollen die aktuellen Anlagen ersetzt werden. Symbolfoto: dpa

Rückenwind für das Dinklager Windpark-Projekt. Nachdem im März der Bebauungsplan für das Gebiet vom Stadtrat beschlossen wurde, kam es zum frühzeitigen öffentlichen Beteiligungsverfahren, welches nun abgeschlossen ist. In seiner jüngsten Sitzung machte jetzt der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung den weiteren Weg für das Projekt frei. Schon Mitte Dezember könnte es weitergehen.

Von Ende September an hatten die Öffentlichkeit und die sogenannten Träger öffentlicher Belange (also zum Beispiel der Landkreis oder Energieversorger) die Möglichkeit Stellungnahmen zum Bebauungsplan abzugeben. Dabei seien insgesamt 16 Hinweise von den öffentlichen Trägern und keine vonseiten der Bevölkerung eingegangen. Gravierende Einsprüche habe es nicht gegeben, heißt es auf der jüngsten Ausschusssitzung seitens der Stadtverwaltung. Der Ausschuss empfahl am Ende mit einer Gegenstimme sowie einer Enthaltung die Abwägungen der Planungsgesellschaft und damit das Projekt.

Bei dem Windrad-Projekt geht es um Folgendes: Die bestehenden 17 Windräder (5 auf Dinklager Grund und 12 auf Badberger Seite) sollen durch 11 leistungsstärkere (4 in Dinklage und 7 in Badbergen) Modelle ersetzt werden. Die neuen Windkraftanlagen sollen bis zu 250 Meter hoch sein und jährlich bis zu 180.000 Megawattstunden bringen. Im Vergleich sind die jetzigen Windräder 100 Meter kleiner und liefern dementsprechend auch nur rund 42.500 Megawattstunden jährlich. Dieser Austausch von alten zu neuen Windrädern wird in der Fachsprache auch als Repowering bezeichnet. 

Stadt würde von den Winrädern stark profitieren

Von den Windkraftanlagen könnte vor allem auch die Stadt Dinklage sowie die Anwohner vor Ort profitieren. Die Grundstückseigentümer hätten die Möglichkeit sich bis zu 30 Prozent an den Anlagen zu beteiligen, berichtet Thomas Tschiesche von der EFI Wind GmbH, die das Dinklager Projekt als Planungsgesellschaft betreut. Die Stadt Dinklage könnte zudem rund 20.000 Euro pro Anlage im Jahr an Profit machen. Für Badbergen und Dinklage zusammen könnten so jährlich 250.000 Euro Zuwendungen aus den Windkraftanlagen herausspringen. Zusätzlich würden laut Tschiesche für beide Gemeinden zusammen jährlich knapp 150.000 Euro Gewerbesteuern aus dem Windpark-Projekt hervorgehen. 

Im Zuge der Diskussion über das Projekt wurde im März 2020 ein Antrag der SPD-Fraktion vom Bauausschuss auf den Weg gebracht. Dieser forderte eine Bürgerversammlung, bei der alle offenen Fragen geklärt werden sollten. Was ist aus diesem Vorhaben geworden? "Es hat bis heute keine solche Informationsveranstaltung gegeben", beklagt die SPD-Fraktion in der virtuellen Ausschusssitzung.

"Die Stadt hat versucht so eine durchzuführen, doch war es aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich diese zu veranstalten", sagt Michael Busch, Bauamtsleiter der Stadt Dinklage. Die Stadt würde das Anliegen aber weiter im Auge behalten.

Bürgerversammlung soll nachgeholt werden

In Badbergen hingegen hat es eine solche Informationsveranstaltung gegeben, berichtet Tschiesche. Doch sei das Interesse gering gewesen. Nur 2 Bürger seien der Einladung gefolgt und bei diesen handelte es sich noch nicht mal um direkte Anwohner. Tschiesche sieht als Grund für dieses geringe Interesse, dass die Anwohner vorab sehr intensiv schon informiert worden seien und zudem zum großen Teil einverstanden mit dem Projekt seien. In Dinklage liege die Zustimmungsquote der Anwohner bei 100 Prozent. Aber wie auch die Stadt Dinklage betont Tschiesche, dass, wenn die Corona-Pandemie dies zulassen würde, eine solche Veranstaltung nachgeholt werden soll.

Repowering: Die bestehenden Anlagen sollen durch neue, leistungsfähigere Räder ersetzt werden. Foto: BergmannRepowering: Die bestehenden Anlagen sollen durch neue, leistungsfähigere Räder ersetzt werden. Foto: Bergmann

Und wie geht es jetzt weiter im Dinklager Windpark? Zunächst muss die Empfehlung des Bauausschusses noch durch den Verwaltungsausschuss am Montag (16. November) bestätigt werden. Danach kann dann, wenn alle anderen Unterlagen – unter anderem auch der aktuell noch fehlende Artenschutzbericht – eingereicht sind, ein Genehmigungsvertrag beantragt werden. Darauf folgend würde dann ein zweites Verfahren beginnen, an dessen Ende der Stadtrat dann endgültig über das Windpark-Projekt abstimmen müsste. Der Stadtrat hat theoretisch so immer noch die Möglichkeit das Bauvorhaben zu stoppen.  

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