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Dinklager Politik diskutiert über Innenstadtbereich

Bei der Verwaltung häufen sich Anfragen von Investoren, bei Neubauten statt einer Geschäftsnutzung auch im Erdgeschoss eine Wohnnutzung zuzulassen. Solche Ausnahmen wurden andernorts schon genehmigt.

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Symbolfoto: dpa

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Wer mit offeneren Augen durch die Dinklager Innenstadt spaziert, dem fällt es beim Blick in die Schaufenster unwiderruflich auf: Viele Büro- und Geschäftsräume stehen leer und sind zu vermieten. Alleine an der Lange Straße schlossen in kurzer Zeit nacheinander traditionsreiche Inhaber geführte Läden wie die Süßwarenhandlung von Monika Rauf ("Ipi"), die Gaststätte Bürgerstuben oder Leder Ahrling. Gleichzeitig scheint der Bedarf nach Wohnungen vor allem im Stadtkern weiterhin hoch zu sein. Bagger reißen alte Häuser ab und werden es wohl auch zukünftig tun. Was das miteinander zu tun hat?

Bei der Dinklager Stadtverwaltung häufen sich nämlich die Anfragen von Investoren, bei Neubauten statt einer Geschäftsnutzung auch im Erdgeschoss eine Wohnnutzung zuzulassen. Wie Amtsleiter Michael Busch in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung erklärte, sind mehrere Mehrfamilienhäuser beantragt, bei denen die Investoren die Befreiung von der im Bebauungsplan festgesetzten Geschäftsnutzung beantragten, um möglichst viele Wohnungen unterbringen zu können. Die Investoren begründeten dies laut Amtsleiter Busch mit der schlechten Vermietbarkeit von Büroräumen. Was auch der derzeitige Leerstand zeigt.

Wohnungen bedeuten weitere Flächenversiegelung

Sollen im Stadtkern auch im Erdgeschoss Wohnungen möglich sein? Entsprechende Ausnahmen hatten die Ratsgremien in der Vergangenheit schließlich auch bei den Mehrfamilienhäusern an der Clemens-August-Straße und der Tappehornstraße getroffen. Nein, sagte der Ausschuss und folgte damit auch einer Empfehlung der Verwaltung, diese Entscheidung sorgfältig abzuwägen. Denn: Sollte es bei Mehrfamilienhäusern im Stadtkern keine Pflicht zur Gewerbenutzung im Erdgeschoss geben, seien diese möglichen Geschäftsflächen womöglich langfristig verloren, argumentierte der Ausschuss. Busch wies zudem darauf hin: Wohnungen auch im Erdgeschoss bedeuteten eine weitere hohe Versiegelung der Fläche, es würden weitere Stellplätze benötigt, was wiederum zusätzlichen Verkehr in der Innenstadt bedeute.

Wie will die Stadt Dinklage zukünftige Anfragen regeln? Die Politik unterstützte das neue Konzept der Verwaltung, wo im Stadtkern Anträgen einer Wohnnutzung im Erdgeschoss zugestimmt wird – und in welchen Bereichen das nicht möglich ist (im Kern an den Geschäftsstraßen). Die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Meyer (CDU) sagte: "Es ist gut, dass wir Investoren etwas an die Hand geben können." Die Entscheidung über das Innenstadtkonzept trifft der am Montag tagende Verwaltungsausschuss. Die endgültige Entscheidung über eine Befreiung der verpflichteten Gewerbenutzung trifft indes der Landkreis.

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