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Dinklage will Bauprojekte in Angriff nehmen

Ein neues Wohngebiet soll entstehen. Auch viele Straßen sollen saniert oder erneuert werden. Die Debatte um die Straßenausbaubeiträge bleibt derweil zusätzlich Thema.

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Auf dieser idyllischen Blumenwiese sollen bald schon Wohnhäuser stehen. Foto: Bernhardt

Auf dieser idyllischen Blumenwiese sollen bald schon Wohnhäuser stehen. Foto: Bernhardt

Wer aktuell an der Straße "An der Bleiche" in Dinklage vorbeikommt, dem sticht dort eine große, grüne Blumenwiese ins Auge. Dieser Anblick könnte aber bald schon Geschichte sein. Zwischen "An der Bleiche" und "Im großen Zuschlag" plant ein bislang unbekannter Investor ein neues Wohngebiet. Das gab Carl Heinz Putthoff, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, bei einem Treffen der Mitglieder der Senioren-Union bekannt. Bei der Sitzung ging es um die bauliche Entwicklung in Dinklage. 

Laut Ansgar Westermann, Pressesprecher der Stadt, hat sich der Arbeitskreis Nachverdichtung mit der Fläche beschäftigt und eine Empfehlung erarbeitet. Diese schlägt vor, dass auf der Straßenseite "Im großen Zuschlag" eine Bauzeile mit insgesamt 4 Wohneinheiten entstehen kann. Im zentralen restlichen Bereich des Grundstücks sollen Häuser mit jeweils 2 Wohneinheiten entstehen können. Die Empfehlung wurde dem Investor mitgeteilt, der nun der Stadtverwaltung einen Entwurfsplan vorgelegt hat. Er weicht leicht von der Empfehlung des Arbeitskreises ab. Die sieht nämlich vor, dass an der Straße "Im großen Zuschlag" 2 Gebäude mit je 4 Wohneinheiten entstehen sollen. Auf der restlichen Fläche soll es laut Entwurf 8 Gebäude mit jeweils 2 Wohneinheiten geben. Der Entwurfsplan des unbekannten Investors sei mit den direkten Anliegern bereits besprochen worden. Diese sollen dem Vorhaben positiv gegenüber gestanden haben. 

Schon länger soll darüber diskutiert worden sein, wann das Bauprojekt auf der rund 85.000 Quadratmeter großen Fläche spruchreif sei. Wann das Vorhaben offiziell verkündet wird oder zu wann das neue Gebiet entstehen soll, ist bislang nicht bekannt.  

Debatte um Straßenausbaubeiträge ist allgegenwärtig 

Im Wohngebiet "Staggenborg" hingegen soll - so hieß es bei dem Treffen - Mitte Oktober die Wohnbebauung beginnen. Auch die Gewerbebebauung der Firma Thees am "Dinklager Ring" soll im Herbst starten. Zwischen "Bahlerstraße" und "Dinklager Ring" werde aktuell ein neues Gewerbegebiet entwickelt. 

Die Stadt Dinklage hat sich grundsätzlich viel vorgenommen: Geplant sei laut Putthoff unter anderem eine besucherfreundliche Umgestaltung der Zufahrt und des Parkplatzes an der "Burgallee", der Ausbau der Straße "In der Wiek" von der "Kastanienallee" bis zum "Dinklager Ring", der Neubau des Bauhofs an der "Sanderstraße" und der Neubau des Kindergartens "In der Wiek". Sanierungen des Freibades und der Brücke über die Dinkel in der "Schwege" seien ebenfalls geplant. Außerdem soll eine Hol-Bring-Zone an der Kardinal-von-Galen- und eine barrierefreie Bushaltestelle an der Höner-Mark-Schule gebaut werden. Hinzu komme die Sanierung von 21 weiteren Straßen. 

Laut Putthoff fehlten bei einer möglichen Abschaffung der Straßenausbaubeiträge durchschnittlich 650.000 Euro Einnahmen pro Jahr. Mit dem Wegfall der Beiträge wäre ein höherer Kreditbedarf notwendig. Nach haushaltsrechtlichen Vorschriften müssten aber alle Einnahmemöglichkeiten ausgeschöpft werden, bevor Kredite aufgenommen werden dürfen. Folglich müsse erst die kommunale Steuer erhöht werden. Das Thema Straßenausbaubeiträge wird bereits seit längerem diskutiert. Deshalb führt die Stadt zeitgleich zur Bundestagswahl am 26. September eine Einwohnerbefragung durch. Dabei soll ermittelt werden, ob die geltende Straßenausbaubeitragssatzung vom 7. Juli 2020 beibehalten oder abgeschafft werden soll. Im Falle einer Abschaffung sollen aber die künftig wegfallenden Kostenbeiträge durch eine entsprechende Erhöhung der kommunalen Steuern ausgeglichen werden. 

Einwohner müssen schwierige Entscheidung treffen 

Sollten die 21 Straßen laut Prioritätenliste saniert werden, erneuert die Stadt die Fahrbahn und stellt in der Regel bisher nicht vorhandene Gehwege, die Straßenbeleuchtung und die Oberflächenentwässerung erstmalig her. Dadurch falle nur der Fahrbahnausbau unter die Beiträge. Sie sei vom Anlieger laut Erschließungsbeitragsrecht zu 90 Prozent auszugleichen. Eine "kostenlose Sanierung" sei aufgrund der Gesetzeslage für bisher nicht vorhandene Teileinrichtungen einer Verkehrsanlage wie Gehweg, Beleuchtung und Oberflächenentwässerung nicht möglich. Heute beträgt der Eigenanteil der Anlieger für die Straßenausbaubeiträge 60 Prozent. Bei starkem innerörtlichen Verkehr sind es 40 Prozent und bei Durchgangsstraßen 30 Prozent. 


Prioritätenliste der Sanierungsstraßen: Alte Hörst,
Höner-Mark-Weg, Riedenweg, Breslauer Straße, Holthausstraße, Wiesenweg von Sanderstraße bis Hopener Mühlenbach, Fliederstraße, Rosenstraße, Tulpenstraße, Königsberger Straße, Höner Kirchweg zwischen Auf dem Hövel und Ortsschild, Jahnstraße, Auf dem Hövel, Münsterstraße, Josefstraße, Nieberdingstraße, Kiwittshöhe, Glatzer Straße, Reichensteiner Straße, Stettiner Weg und Danziger Straße.

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