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Dinklage sucht noch Bewerber für das Jugendparlament

Noch gibt es zu wenig Kandidaten, um satzungsfähig zu sein. Deshalb rühren auch die Jugendtreff-Chefin und der Jugendpfleger die Werbetrommel. Außerdem ist eine Aktion im Freibad geplant.

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Rühren gemeinsam die Werbetrommel: Anna Nies und Kalle Kamlage stellen Jugendlichen das Jugendparlament Dinklage vor und rufen zum Mitmachen auf.   Foto: Oberschule/Röttgers

Rühren gemeinsam die Werbetrommel: Anna Nies und Kalle Kamlage stellen Jugendlichen das Jugendparlament Dinklage vor und rufen zum Mitmachen auf.   Foto: Oberschule/Röttgers

Auf Werbetour für das Dinklager Jugendparlament unterwegs: Jugendtreff-Leiterin Anna Nies und Jugendpfleger Karl-Heinz  Kamlage rühren in diesen Tagen noch einmal kräftig die Werbetrommel. Sie sind in den Schulen unterwegs, um das Dinklager Jugendparlament vorzustellen, das am 12. September 2021 parallel zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen gewählt werden soll. Bis dahin gilt es aber auch, noch ein wenig Überzeugungsarbeit zu leisten.

Denn laut Nies und Kamlage haben nach aktuellem Stand 9 Jugendliche fest zugesagt, für das erste Jugendparlament der Stadt antreten zu wollen. Laut Satzung müssen es aber mindestens 12 sein. Die ursprüngliche Idee geht sogar von 15 Kandidatinnen und Kandidaten aus, damit die neue politische Jugendvertretung ihre Arbeit überhaupt aufnehmen kann.

„Wer Lust hat, sich aktiv in die Dinklager Politik einzubringen, um die Interessen und Wünsche der Jugendlichen vor Ort umzusetzen und mitzubestimmen, ist beim Jugendparlament genau richtig“, lädt Nies bei einem Besuch in der Oberschule zum Mitmachen ein. Alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Dinklage im Alter von 12 bis 21 Jahren sind nicht nur wahlberechtigt, sondern können selber antreten und für ihre eigenen Interessen einstehen. „Aktuell sind das immerhin rund 1600 Jugendliche“, stellt Jugendpfleger Kamlage fest. Mitglieder des Jugendparlaments werden für die Dauer von 2 Jahren gewählt.

Leon Nieberding regt an, bereits Fünftklässler mit wählen zu lassen. Sie haben doch die gleichen Interessen wie ältere Schüler und Jugendliche“, meint der 17-Jährige, der eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker machen möchte. So wären dann alle Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen gleichermaßen angesprochen“, sagt der begeisterte Modelleisenbahner. Foto: Röttgers
Nicole Semenov lobt, dass das Jugendparlament eine gute Gelegenheit sei, dass Jugendliche auch mitreden und selber etwas unternehmen können“. Insbesondere die Diskussion um den Skateboardplatz habe sie nach eigenen Angaben mit Interesse verfolgt, da sie selber gerne skate. Nach ihrem Schulabschluss im Sommer stehe für die Realschülerin jetzt ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) an, das sie beim Kardinal-von-Galen-Haus absolvieren wolle. Neben dem Skatebordfahren begeistert sich die 16-Jährige für das Zeichnen und Lesen. Foto: Röttgers
Hauke Rohe ist vom Jugendparlament ebenfalls schlichtweg begeistert. Der 16 Jahre alte Gymnasiast will sogar ganz sicher für das Jugendparlament kandidieren. Viele Orte in Dinklage kann man für die Jugendlichen verbessern – nicht nur die Skaterbahn und Spielplätze sowie Sportstätten“, erklärt der leidenschaftliche U18-Basketballspieler des Rasta Vechta. Foto: Röttgers
Ich finde es eine gute Möglichkeit für Jugendliche, endlich zu entscheiden, was für sie gut ist“, erklärt dazu Anton Scheper. Dass man da aber zwei Jahre lang mitmachen muss, ist für mich nicht erfreulich. Was ist, wenn jemand vorzeitig gar keine Lust mehr hat?“, fragt sich der 16 Jahre alte Schüler, der später einmal Nautik studieren möchte und heute bereits ein begeisterter Schiffsmodellbauer ist. Foto: Röttgers
Beim Jugendparlament kann ich etwas bewegen!“, findet hingegen Kevin Meier. Der 14-Jährige musste nicht lange überlegen, sich ehrenamtlich einsetzen zu wollen. Meier tritt als Kandidat an. Bei meinen Gleichaltrigen erkundige ich mich nach deren Bedürfnisse“, sagt der Achtklässler bereits mit ganz konkreten Vorstellungen. Wie kann ich mich in Dinklage wohler fühlen?, so sein Anspruch. Denn es fehle im Stadtgebiet ein Platz und Treffpunkt für die über 14-jährigen Jugendlichen, wo sie sich aufhalten dürfen. Foto: Röttgers
Meiner Meinung nach ist die Idee eines Jugendparlamentes zwar gut, es wird jedoch aus den falschen Gründen umgesetzt“, meint Maik Müller. Es soll der Jugend eine Stimme geben, doch aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass man als Teenager von Erwachsenen nicht wirklich ernst genommen wird“, sagt der 16 Jahre alte Müller.  Foto: Röttgers

Das Dinklager Jugendparlament soll die Vertretung der Jugendlichen der Stadt Dinklage werden und bekommt dafür auch ein eigenes Budget in Höhe von 7000 Euro. Das Jugendparlament kann es eigenverantwortlich einsetzen, informiert Politik und Öffentlichkeit über ihre Wünsche und Bedürfnisse und stellt im Stadtrat Anfragen, um so die Zukunft Dinklages aktiv mitzugestalten. Die gewählten Jugendparlamentarier treffen sich dazu in regelmäßigen Abständen und entwickeln zusammen mit anderen Mitgliedern Vorschläge zu Themen wie Freizeit- und Spielplatzgestaltung, Naturschutz und Verkehrsplanung und -sicherheit.

Im Anschluss präsentieren und diskutieren sie ihre Vorschläge vor Politik, Rat und Öffentlichkeit. Außerdem können sie verschiedene Veranstaltungen und Aktionen planen: Ein Sommerfest oder ein Weihnachtsmarktstand sind ebenso gern gesehen wie Wettbewerbe und Müllsammelaktionen. „Worauf wartest Du noch?“, fragt Nies die Schüler und regt zur Teilnahme an.

Bewerbungen sind bis zum 12. August möglich

Wer beim ersten Dinklager Jugendparlament mitmachen will, kann sich noch bis zum 12. August 2021 bei der Stadtverwaltung im Rathaus melden. Am letzten Schultag, Mittwoch (21. Juli), findet von 18 bis 22 Uhr im Freibad eine „School’s Out-Party“ statt. Bei freiem Eintritt gibt es einen Getränkegutschein, Musik und die jüngsten Informationen rund um das Jugendparlament.

Die bisher feststehenden Kandidatinnen und Kandidaten werden sich hier schon mal ihren Wählerinnen und Wählern vorstellen. Gewählt wird Dinklages Jugendvertretung dann schließlich am 12. September (Sonntag) in der Zeit von 8 bis 18 Uhr als reine Online-Wahl: Entweder von zu Hause aus oder in den Wahllokalen können Jugendliche ihre 3 Stimmen per Internetzugang abgeben. Dafür erhalten sie vorab rechtzeitig per Post die entsprechende Internetseite und einen persönlichen Zugangscode.

  • Info: Weitere Fragen zum Jugendparlament beantwortet die Dinklager Stadtverwaltung. Kontaktmöglichkeiten sind per E-Mail jugendparlament@dinklage.de, per Telefon 04443/8990 und über die Social-Media-Kanäle.

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