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Die Welt und der Klimaschutz: Es ist zum Verzweifeln

Thema: Start der 27. Weltklimakonferenz – Es sind keine bahnbrechenden Entscheidungen zu erwarten. Dabei haben die Regierungen kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.

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Es wird teuer. Richtig teuer. Aber noch viel mehr Geld wird uns der Klimawandel kosten, wenn die Weltgemeinschaft nicht endlich massiv in die Decarbonisierung des Planeten investiert. Dieser Appell, den Wissenschaftler seit Jahrzehnten an die Politik richten, wird auf der diesjährigen Weltklimakonferenz in Ägypten wahrscheinlich genauso verhallen wie bei vorherigen Treffen. Absichtserklärungen wird es sicherlich viele geben, doch am Handeln scheitert es wieder einmal. Die Welt hat in Sachen Klimaschutz nach 26 Weltklimakonferenzen längst kein Erkenntis-, sondern ein Umsetzungsproblem.

Die Voraussetzungen vor der 27. Auflage sind so denkbar schlecht, dass selbst die berühmteste Klimaaktivistin der Welt, Greta Thunberg, nicht vorbeischauen will. Es gibt Krieg in Europa, der den Kontinent in eine Energie- und Wirtschaftskrise stürzt. Die USA und China sind heillos zerstritten, die Dritte Welt hat resigniert. Es ist zum Verzweifeln: Wer soll denn jetzt bitteschön noch für das Klima an einem Strang ziehen?

"Leider gehört auch Deutschland zu den faulen Staaten."Stefan Freiwald

Aber es nützt doch nichts, mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen. Solange die Chinesen nicht mitmachen und die Amerikaner nur so halb, hat das sowieso keinen Sinn – so argumentieren diejenigen, die selbst zu faul sind, den ersten Schritt zu machen und denen das Leben nachfolgender Generationen egal ist.

Leider gehört auch Deutschland zu den faulen Staaten. Trotz grün angefärbter Bundesregierung bleibt unser Land dem Klimaschutz immer noch einiges schuldig – besonders durch die Energiekrise angefeuert, geht es derzeit sogar wieder Meilen auf dem Pariser-Klimapfad rückwärts. Ein Land, das Tankrabatte gewährt, aber nicht mal ein Tempolimit auf Autobahnen hinbekommt; ein Land, das dramatisch wenig in den Ausbau des Schienennetzes investiert, sich aber für ein einheitliches Monatsticket feiert; ein Land, in dem die Genehmigung eines Windrads 7 Jahre, die eines Flüssiggasterminals am Rande des Wattenmeers aber nur 7 Wochen dauert – solch ein Land ist weit von einer Führungsrolle beim Klimaschutz entfernt. Leider.

Es scheint so, als hätten die Regierungen der Industriestaaten immer noch nicht den Mut, radikal gegenzusteuern und massiv in Energiewende und Klimaschutz zu investieren. Und das wird uns alle noch teuer zu stehen kommen.

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