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Die Wahl in den USA ist längst nicht entschieden

Für den Abgesang auf den amtierenden Präsidenten Donald Trump ist es noch zu früh. Das Wahlsystem in den USA sorgt gern für Überraschungen.

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Nach dem 3. November ist auf der Welt einiges anders oder auch nicht. Auf jeden Fall weiß die Menschheit dann, wer ab dem 21. Januar 2021 US-amerikanischer Präsident ist – weiter Donald Trump oder sein Herausforderer Joe Biden.

Würden nicht die Amerikaner wählen, sondern die Europäer, stünde der Sieger wohl fest: haushoch Joe Biden. Ob der ehemalige Vize-Präsident unter Barack Obama allerdings tatsächlich in den USA triumphieren wird, scheint nicht entschieden zu sein. Auch, wenn die Meinungsumfragen ihm einen deutlichen Vorsprung vor dem republikanischen Amtsinhaber zusprechen. Nur: Das war vor 4 Jahren nicht anders. Da gingen die meisten Deutschen abends ins Bett in der durch die großen Medien befeuerten Gewissheit, dass Hillary Clinton den Wahlsieg in der Tasche hat.

Am anderen Morgen in Deutschland aber stellte sich heraus: Die meisten Wahlforscher und politischen Kenner hatten grob danebengelegen. Donald Trump hatte Dank des US-amerikanischen Wahlsystems mit weniger Stimmen als Clinton trotzdem gewonnen. Immerhin: Viele politische Beobachter haben daraus gelernt, verweisen heuer auf die Unwägbarkeit der Meinungsumfragen, bei denen es um den nächsten US-Präsidenten geht.

Zudem dürften es aus Sicht der Wahlkämpfer noch lange anderthalb Wochen werden, in denen sich das Star spangled Banner, die US-amerikanische Fahne, durchaus noch sehr deutlich in Richtung Donald Trumps neigen kann. Denn die möglichen Verstrickungen Joe Bidens in die Ukraine- und China-Geschäfte seines Sohnes Hunter könnten nach dem zweiten Fernsehduell der beiden Kandidaten am frühen Freitag (MEZ), als sie vor einem Millionen-Publikum thematisiert worden sind, durchaus noch in den Blickpunkt rücken.

"Doch bei aller Sympathie oder Antipathie für Donald Trump und Joe Biden: Weder die Wahl des einen noch die des anderen wird an den Grundfesten der Demokratie in den USA rütteln."Klaus-Peter Lammert

Und ob Joe Biden mit früheren Aussagen zur Zukunft der Ölindustrie, die er abschaffen will, in wichtigen Swing-States wie Pennsylvania und Ohio nicht doch entscheidende Wähler verprellt hat, wird die Öffentlichkeit erst nach der Auszählung der letzten Stimmen wissen.

Doch bei aller Sympathie oder Antipathie für Donald Trump und Joe Biden: Weder die Wahl des einen noch die des anderen wird an den Grundfesten der Demokratie in den USA rütteln. US-amerikanische Präsidenten kommen und gehen, ihre Politik stößt auf Zustimmung oder Ablehnung, aber eines ist gewiss: Nach spätestens 8 Jahren bekommen die Amerikaner einen neuen Präsidenten oder in naher Zukunft vielleicht auch mal eine Präsidentin.

Diese Begrenzung der Amtszeit auf 2 Wahlperioden im 22. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten stärkt die Demokratie in den Staaten ganz erheblich. Da können die USA im Übrigen ein Vorbild für manche andere Staaten auch in Europa sein, in denen Regierungschef auf 16 und mehr Amtsjahre kommen.

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