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Die Visbeker Gerbertschule soll wachsen - aber wie?

Bei einem Neubau müssten Schüler zur Pause die Mühlenstraße überqueren. Eine Aufstockung hingegen könnte teuer werden. Klar ist nur: Die Schulbezirke bleiben, wie sie sind.

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Dieser Parkplatz könnte einem Neubau weichen. Dann müssten die Schüler zur Pause allerdings die Mühlenstraße überqueren. Alternativ könnte der einstöckige Teil des bestehenden Schulgebäudes aufgestockt werden. Foto: Ebert

Dieser Parkplatz könnte einem Neubau weichen. Dann müssten die Schüler zur Pause allerdings die Mühlenstraße überqueren. Alternativ könnte der einstöckige Teil des bestehenden Schulgebäudes aufgestockt werden. Foto: Ebert

Die Änderung der Schulbezirke in der Gemeinde Visbek dürfte vom Tisch sein. Nachdem im März der Gemeinderat eine Änderung für das jetzt laufende Schuljahr ausgeschlossen hatte, hat der Bildungsausschuss diesen Beschluss in seiner jüngsten Sitzung für die Zukunft mit einer übergroßen Mehrheit bekräftigt. Der Rat muss dem im Dezember noch zustimmen.

Ebenfalls große Einigkeit herrschte bei der Frage, wie die Gemeinde stattdessen der steigenden Nachfrage nach Schulplätzen begegnen will. Auch hier sprach sich eine übergroße Mehrheit im Bildungsausschuss dafür aus, die Visbeker Gerbertschule zu erweitern. Sie soll künftig 4 statt der bisherigen 3 Züge in einem Jahrgang beherbergen können.

Weniger klar hingegen war am Dienstagabend, welche bauliche Form die Erweiterung der Grundschule haben soll. Gaby Tönnies, Mitarbeiterin im Bau- und Planungsamt, stellte eingangs erste grobe Überlegungen vor. Die heißen: Aufstockung oder Neubau.

Wenn rechts ein Neubau entstünde, müssten manche Schüler zu jeder Pause die Mühlenstraße überqueren. Foto: EbertWenn rechts ein Neubau entstünde, müssten manche Schüler zu jeder Pause die Mühlenstraße überqueren. Foto: Ebert

Eine Aufstockung, so erklärte Tönnies, komme nur auf dem Zwischenbau in Frage, der die Aula beheimatet. Dort könnten im 1. Obergeschoss Klassenzimmer und Fachräume entstehen. Auch ließe sich hier voraussichtlich ein Fahrstuhl integrieren. Insgesamt ließen sich dort 3 große Klassenräume sowie weitere Zimmer realisieren, gab Tönnies an. Allerdings müsse eine Aufstockung auf außen stehenden Stahlstützen aufgeständert werden, da die Strukturen des Zwischenbaus einen Aufbau nicht tragen könnten. Einen ebenerdigen Anbau an den bisherigen Schulbau hingegen schloss Tönnies aus, da dieser den Pausenhof zu stark verkleinern würde.

Als Alternative zur Aufstockung schlug sie daher einen Neubau auf der rechten Seite der Mühlenstraße vor. Dort liegt bisher ein geschotterter Parkplatz, der zumindest am Mittwoch kaum genutzt wurde. Dort könnten in einem eingeschossigen Bau 4 Klassenräume entstehen, sodass künftig eine ganze Jahrgangsstufe dort unterrichtet werden könne, erklärte Tönnies. Sollte künftig ein weiterer Ausbau nötig werden - etwa weil eine Schulmensa gebraucht würde -, könnte dieser Neubau aufgestockt werden, sagte Tönnies.

Ein solcher Neubau sei voraussichtlich einige Hunderttausend Euro günstiger als eine Aufstockung im Bestand, sagte die Fachfrau; konkrete Kostenschätzungen lagen aber noch nicht vor. Der Nachteil an dieser Lösung hingegen sei, dass die Kinder aus dem Neubau zur Pause die Straße überqueren müssten.

Die CDU stellte sich deutlich hinter die "kleinen" Schulen

Bürgermeister Gerd Meyer (CDU) erbat vom Ausschuss eine Positionierung: Hätten die Politiker eine favorisierte Lösung oder sollte es konkretere Planungen für beide Modelle geben? In der Diskussion und der anschließenden Schlussabstimmung stellten sich die Ausschussmitglieder hinter die Pläne der Gemeinde. Die Verwaltung soll nun detailliertere Vorschläge nebst Kostenschätzung liefern. Um diesen Auftrag hatte Meyer seitens der Verwaltung auch gebeten.

Antonius Mönning und André Hüttemeyer (beide CDU) nutzen die Chance, um sich deutlich als Unterstützer der "kleinen" Schulstandorte in Rechterfeld und Erlte/Hagstedt zu positionieren. Auch Bernhard Schmidt (FDP) sagte, er wünsche sich deren Erhalt. Zugleich gab er zu bedenken, dass die Gemeinde das "oft nicht selbst in der Hand habe"; schließlich hänge der Fortbestand der Schulen auf Dauer davon ab, wie viele Kinder in den Einzugsgebieten lebten.

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