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Die Verschiebung der Ackerstilllegung ist ethisch erforderlich – ohne Kompromisse

Thema: Streit um Ackerstilllegung – In Afrika herrscht Hunger. Und in Deutschland läuft die Debatte, ob Ackerflächen 2023 oder 2024 aus der Produktion genommen werden. Das passt nicht in diese Zeit.

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Wenn in Afrika Hunger herrscht und wegen der Dürre eine noch größere Not für Millionen Menschen droht, steht dazu das EU-Ziel der Stilllegung von 4 Prozent der Ackerflächen ab 2023 im zynischen Kontrast. Die EU-Kommission hat nun ein erstes Einsehen. Sie erlaubt den 27 Mitgliedstaaten, erst 2024 den Plan umzusetzen. Wie Deutschland sich verhält, bleibt ungewiss.

Dass die Agrarminister von Bund und Ländern hierüber keine Einigung erzielt haben, ist angesichts der Lebensmittelknappheit im Südsudan, in Äthiopien, Nigeria und Somalia unverantwortlich. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne), der sich bei dem Thema lange quer gestellt hat und von dessen Haltung alles abhängt, will kommende Woche einen Vorschlag unterbreiten.

420.000 Tonnen Getreide stehen auf dem Spiel

Einen Kompromiss also soll es geben. Doch: Es handelt sich um eine ethische Frage, die keine Einschränkungen zulässt. Es muss einen vollumfänglichen deutschen Beitrag geben, um Menschen vor dem Hungertod zu retten.

Die aktuelle Situation ist zwar auf die von Russland blockierten Getreideausfuhren aus der überfallenen Ukraine zurückzuführen, und die Exporte sollen wieder in Gang kommen. Aber niemand weiß, für wie lange. Niemand weiß, wie der Krieg ausgeht – und ob Putin nicht erneut den Getreideexport-Stopp als Waffe einsetzt.

Die Versorgung Afrikas muss aber gewährleistet sein. Allein in Niedersachsen steht laut dem Agrarministerium die Produktion von 420.000 Tonnen Getreide auf dem Spiel. Darauf zu verzichten, passt nicht in diese Zeit. Auch deswegen: Andere Öko-Maßnahmen nutzen der Umwelt sehr viel mehr als brach liegende Ackerflächen.

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