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Die schulterzuckende EU

Thema: Ertrunkene Flüchtlinge im Ärmelkanal – Die Friedensnobelpreisträgerin von 2012 steht vor ihrem nächsten humanitären Desaster. Statt Ursachen bekämpft sie weiter Symptome.

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Wenn die Einschläge näherkommen, hört das Schulterzucken auf. Schlagartig. Mindestens 27 Menschen lassen im Ärmelkanal ihr Leben. Und die Politik weiß wieder nur eine Keule zu schwingen: die des Feindbilds „Schleuser“. Dabei lenkt die unheilige Allianz, die Frankreich und Großbritannien mit weiteren EU-Staaten nun schmieden wollen, vom eigentlichen Problem ab: Migrationsgründe.

Inmitten einer Pandemie und der aufziehenden globalen Klimakrise scheint die selbst auserkorene „Festung Europas“ sich jedoch im Dornröschenschlaf zu befinden. Denn wenn sich die EU nur mit den Symptomen der Flucht befasst, bleiben Menschenschmuggler, die Heimatlosen eine Perspektive innerhalb Europas bieten, das einzige Problem, weshalb Menschen selbst innerhalb Europas den gefährlichen Seeweg wagen und ihren eigenen Tod billigend in Kauf nehmen. Dabei ist gänzlich ungeklärt, weshalb Flüchtlinge von einem EU-Land in das vom Brexit geplagte Großbritannien fliehen wollten.

Was passiert erst, wenn die Klimaflüchtlinge kommen?

Die Ursache des Problems ist eine ganz andere. Die EU scheitert seit Jahren mit ihrer Entwicklungsarbeit in von Krieg und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit gekennzeichneten Ländern und festigt stattdessen die außereuropäischen Grenzen in Zusammenarbeit mit der Grenz- und Küstenwache Frontex.

In den kommenden Jahrzehnten werden nicht nur Krieg und Arbeit die internationalen Flüchtlingsströme bestimmen, sondern auch der Klimawandel. Dann heißt es wieder: Kommen die Einschläge nicht näher, reicht ein Schulterzucken der Friedensnobelpreisträgerin EU.

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