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Die Neuverschuldung fällt moderat aus

Die Gemeinde Goldenstedt sieht sich mit Krediten von knapp 1,4 Millionen Euro für 2021 gut aufgestellt. Die Investitionen fürs nächste Jahr liegen bei 6 Millionen Euro.

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Protagonisten bei den Beratungen des Gemeindehaushaltes 2021: (von links): Kämmerer Martin Holzenkamp, Fachbereichsleiter Steffen Boning, der Ausschussvorsitzende Dietrich Tangemann (CDU) und Bürgermeister Alfred Kuhlmann. Foto: Gebert-Fischer

Protagonisten bei den Beratungen des Gemeindehaushaltes 2021: (von links): Kämmerer Martin Holzenkamp, Fachbereichsleiter Steffen Boning, der Ausschussvorsitzende Dietrich Tangemann (CDU) und Bürgermeister Alfred Kuhlmann. Foto: Gebert-Fischer

"Es hätte alles schlimmer, aber natürlich auch schöner sein können", läutete Alfred Kuhlmann (parteilos) die Sitzung zum Haushaltsplan 2021 am Donnerstagabend im Goldenstedter Bürgersaal ein. Als wichtigste Eckpfeiler wurden im Ausschuss für Haushaltsangelegenheiten, Wirtschaftsförderung, Feuerwehr- und Touristikangelegenheiten die Aufnahme von Neukrediten von knapp 1,4 Millionen Euro genannt sowie eine Investitionssumme von gut 6 Millionen Euro. "Wir haben uns auf das Notwendigste beschränkt. Trotzdem werden alle Maßnahmen durchgeführt, die dringend notwendig sind. Denn niemand hätte Verständnis dafür, wenn wir jetzt an Schulen oder Kitas sparen würden", sagte der Bürgermeister.

Kämmerer erläutert wichtige Eckdaten

Martin Holzenkamp als zuständiger Fachbereichsleiter Finanzen erläuterte die Eckdaten im Detail. Danach erhöhen sich die Grundsteuer A und B auf insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro und die Gewerbesteuer um 450.000 Euro auf 6,5 Millionen Euro. Gestiegen ist auch der Einkommensteuer-Anteil auf 4,35 Millionen Euro. Lediglich der Umsatzsteuer-Anteil fiel mit 500.000 Euro um 14.000 Euro geringer aus als im Vorjahr. Beim Schuldendienst sind die Zinsen mit 165.000 Euro um 20.000 Euro niedriger, jedoch die Tilgung mit 600.000 Euro um 100.000 Euro höher als im Vorjahr.

Bei den notwendigen Maßnahmen fällt der Erweiterungsbau für die Huntetalschule mit 500.000 Euro, der Zuschuss zum Neubau des Kindergartens St. Gorgonius mit einer Million Euro, der Zuschuss zum Neubau einer Kunststofflaufbahn im Huntestadion mit 350.000 Euro, die laufenden Ausgaben für Kindergärten und Kinderkrippen mit knapp 2,7 Millionen Euro und die Investitionszuschüsse an Vereine und Verbände sowie Kirchengemeinden mit 296.000 Euro besonders ins Gewicht. Die Personalkosten liegen bei 3.316.600 Euro und sind infolge Höhergruppierungen, Neueinstellungen und Stundenerhöhungen um 6,8 Prozent höher als 2020. Für den Erwerb von Grundstücken werden insgesamt 440.000 Euro veranschlagt. Zur Finanzierung der Investitionen sind folgende Kreditaufnahmen geplant: Für 2021 liegt der Ansatz bei 1.384.400 Euro, für 2022 bei
2.126.900 Euro und für 2023 bei 648.800 Euro. 2024 sollen dann nur noch 283.000 Euro aufgenommen werden.

"Seit 30 Jahren bin ich dabei, wir hatten schlechtere Haushalte als den aktuellen, der durch Corona bedingt ist."Rudi Aumann, CDU-Fraktion Goldenstedt

Aufgrund der Zahlen fiel die Reaktion der Ausschussmitglieder überaus positiv aus. Ratsmitglied Rudi Aumann (CDU-Fraktion) hob hervor: "Seit 30 Jahren bin ich dabei, wir hatten schlechtere Haushalte als den aktuellen, der durch Corona bedingt ist." Christiane Lehmkuhl (IGG-Fraktion) betonte, dass die Gemeinde im Vergleich zu anderen sehr gut dastehe. Peter Schaumlöffel von der FDP-Fraktion schloss sich an, so war die Abstimmung einstimmig.

Zustimmung für Umnutzung von Kapelle

Beraten und einstimmig beschlossen wurden zudem die Gebühren der Abwasserbeseitigung. Für die Inanspruchnahme der zentralen Schmutzwasserkanalisation werden ab 1. Januar 2,85 Euro pro Kubikmeter und für die Niederschlagswasserkanalisation 0,35 Euro pro Quadratmeter festgesetzt. Die dezentrale Abwasserbeseitigung bleibt unverändert. Einstimmig angenommen wurde außerdem die Nutzung der ehemaligen Kapelle im St. Franziskushaus als Kleiderkammer der Malteser durch die Ortsgruppe Lutten, die Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeugs der Ortsfeuerwehr Goldenstedt, die Zustimmung zu den über- und außerplanmäßigen Aufwendungen und Auszahlungen des Haushaltsjahres 2019 und der Stellenplan 2021. Ins neue Jahr verschoben wurde dagegen die Anschaffung von 2 Notstromgeneratoren. Die waren unter anderem zur Einspeisung in die Mensen in Goldenstedt und Lutten oder in die beiden Feuerwehrhäuser vorgesehen.

Moniert wurde in der abschließenden Einwohnerfragestunde, dass die Hauptwege im Herrenholz für Fußgänger und Radfahrer in einem äußerst schlechten Zustand seien. Angefragt wurde, ob die Gemeinde Goldenstedt hier tätig werden könne. Bürgermeister Alfred Kuhlmann hob hervor, dass es sich um einen Staatsforst handelt und insofern die Gemeinde nicht zuständig sei, aber gerne eine Anfrage starten werde.

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