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Die Natur verliert immer

Thema: Anti-Umwelt-Preis für die Stadt Emden – Aus wertvollen Feuchtwiesen wird ein Baugebiet. Das Traurige: Es ist kein Einzelfall, sondern weiterhin die Regel.

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Klimakrise und Artensterben zum Trotz wird in Niedersachsen noch immer jeden Tag eine Fläche bebaut, die so groß ist wie fast zehn Fußballfelder (6,6 Hektar). Welch ein Frevel an der Natur.

Ein besonders krasses Beispiel dieser gängigen Praxis ist jetzt vom Naturschutzbund Nabu mit dem Anti-Umwelt-Preis „Dinosaurier des Jahres“ ausgezeichnet worden. In der ostfriesischen Stadt Emden wird im wahrsten Sinne des Wortes eine Siedlung aus dem Boden gestampft. Heißt: Aus 75 Hektar artenreichem und unterhalb des Meeresspiegels gelegenem Feucht- und Grünland wird flugs ein großes Wohngebiet. Im nächsten Jahr sollen bereits die Bagger anrollen.

Klar ist: Emden ist kein Einzelfall, sondern weiterhin die Regel. Die Stadtväter argumentieren zwar - wie immer in diesen Fällen - mit angeblich nachhaltiger Bauweise, dem Einsatz von erneuerbaren Energien oder dem verpflichtenden Einbau von Solaranlagen. So weit, so gut.

Besser: Kompensation mit Abriss und Entsiegelung

Klar ist auch: Bei jedem Bauvorhaben, das einen Eingriff in Natur und Landschaft auslöst, sind Beeinträchtigungen in Form von Ausgleichs- und/oder Ersatzmaßnahmen zu leisten. Dazu zählen meistens Anpflanzungen wie Hecken oder Streuobstwiesen an anderer Stelle.

Das bedeutet aber trotzdem, dass aus zwei einstmals grünen Flächen am Ende eine ein bisschen grünere (Kompensation) und eine ganz und gar nicht mehr grüne (Baugebiet) übrig bleiben. Dabei ginge es auch anders, neben vorrangiger Nachverdichtung und Lückenbebauung etwa in Form von Abriss und Entsiegelung nicht mehr genutzter Gebäude oder Verkehrswege, am besten noch in gleicher Fläche wie das Neubauvorhaben. Letzteres wäre eine 1:1-Kompensation.

So aber bleibt: Die Natur verliert immer.

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