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Die Linke setzt auf Frauenpower

Thema: Die Partei hat eine feminine Bundesspitze gewählt - Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow. Beide stehen vor großen Fragen – zum Beispiel der nach einer möglichen Regierungsbeteiligung.

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Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow, diese Namen dürften selbst Kennern der deutschen Politikszene nur selten über die Lippen gekommen sein – bis jetzt. Denn die hessische Landtagsfraktionsvorsitzende der Linken (Wissler) und die thüringische Landeschefin (Hennig-Wellsow) bilden nach einem Online-Voting künftig das feminine Führungsduo der Partei auf Bundesebene.

Von der Seitenlinie auf den Platz? 

Beide lösen die – insgesamt eher glück- und farblosen – bisherigen Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger ab – und stehen vor großen Fragen. Zum Beispiel der, wie es die Linke mit einer möglichen Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl im September hält. "Auf den Platz gehen" und "nicht mehr an der Seitenlinie stehen", lautet die Aufforderung von Katja Kipping. Ein Vorhaben, das während ihrer 9-jährigen Amtszeit nicht gelang.

Zum Glück mögen Kritiker sagen, die auch nach der Besetzung mit neuen Gesichtern als erstes wieder die angestaubte Kommunismuskeule schwingen werden. Keine Frage, bei der Aufarbeitung der eigenen (SED-)Vergangenheit hat die Linke noch einiges zu tun. Die Partei aber immer nur darauf zu reduzieren, ist redundant und ermüdend.

Reichlich Erfahrung im Selbstzerfleischen 

Gleichwohl: Will man im Bund Verantwortung übernehmen, ist – vorausgesetzt, es finden sich potenzielle Koalitionspartner – Kompromissbereitschaft gefragt, vor allem in der kaum konsensfähigen linken Außen- und Sicherheitspolitik. Die eigenen strikten Auffassungen an dieser Stelle zu überdenken und gegebenenfalls neu zu justieren, kann neben einem Personalwechsel aber auch zu einem Aufbruch – im wahrsten Sinne – beitragen.

Dennoch, das zeigt die Vergangenheit, war die Linke auch immer gut darin, sich selbst zu zerfleischen, in parteiinternen Richtungs- und Grabenkämpfen aufzureiben. Erinnert sei hier nur an den monatelangen Zoff, garniert mit verbalen Attacken, zwischen der damaligen Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und der Parteispitze, vornehmlich in Person von Katja Kipping – etwa wegen Auseinandersetzungen über die Flüchtlingspolitik oder Plänen für eine neue linke Sammlungsbewegung. Diese Form von "Frauenpower" ist und bleibt kontraproduktiv.

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