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Die Kirche schafft sich ab

Thema: Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche – Das neue Gutachten zum Missbrauch offenbart tiefe Abgründe. Persönliche Schelten sind angebracht, die Kirche krankt an vielen Stellen.

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Die katholische Kirche ist auf dem besten Weg, sich selbst abzuschaffen. Mit dem neuen Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising folgen schwere Vorwürfe gegen den emeritierten Papst Benedikt XVI, die das Gerüst des christlichen Glaubens in Form Gottes Stellvertreters auf Erden schwer erschüttern.

Das, was Joseph Ratzinger seinerzeit getan hat – als hoher Geistlicher die Wahrheit zu vertuschen –, ist vielmehr ein Akt der Schande und Falschheit, als falsche Gnade vor Recht walten zu lassen.

Die katholische Kirche hat mit der Offenlegung des Missbrauchsgutachtens einen erneuten Tiefpunkt erreicht. Wie hoch das Ausmaß des Schadens ist, zeigt die Formulierung der Juristen: eine "Bilanz des Schreckens."

"Die katholische Kirche krankt an vielen Stellen – obschon der Bestrebungen, zu gesunden."Max Meyer

497 Missbrauchsfälle im Namen des Herrn an Kindern und Jugendlichen. Von Menschen, die ihre Macht schamlos ausgenutzt haben, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Das absolut Erschreckende: Die Fälle sind wahrscheinlich nur der Gipfel des Eisbergs – die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

Auch wenn Kirchenrechtler Thomas Schüller das Vergehen Joseph Ratzingers als "sein persönliches Waterloo" bezeichnet, ist es nicht an der Zeit, nur persönliche Schelten zu verteilen. Die katholische Kirche krankt an vielen Stellen – obschon der Bestrebungen, zu gesunden.

Dafür fehlen allerdings weitreichende Konsequenzen: Die Geheimnistuerei um die Missbrauchsfälle führt dazu, dass das Vertrauen in die Institution am Ende ganz verschwunden sein könnte.

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