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Die Justiz geht mit gutem Beispiel voran

Kolumne: Recht hat, wer Recht bekommt – In der niedersächsischen Justiz arbeiten mehr Frauen als Männer. Doch dieser Umstand gefällt nicht jedem.

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In der niedersächsischen Justiz arbeiten laut Gleichstellungsplan für die Jahre 2021 bis 2023 insgesamt 2921 Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte; exakt 1560 sind Frauen (53,41 Prozent). Das ist äußerst positiv.

Mehr Frauen als Männer – geht doch, denken Sie vielleicht. Dabei sind die in der Juristerei arbeitenden Männer nicht unbedingt begeistert von diesen Zahlen. So meinen einige Rechtsanwälte, gerade bei den Familiengerichten könnten durchaus mehr Männer als Richter tätig sein, um ihre Erfahrungen als „Väter“ anwenden zu können. Das wird aber auch in Einrichtungen wie Grundschule oder Kindergarten gefordert; dort sind Männer echte Raritäten.

Gut, zur Sache: In einigen Leitungsfunktionen in der Justiz sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Mit einem Mentoring-Programm hat das niedersächsische Justizministerium deshalb seit einigen Jahren dienstjüngere Richterinnen und Staatsanwältinnen dabei unterstützt, ihre beruflichen Ziele zu ermitteln und Strategien zu entwickeln, diese Ziele zu erreichen. Mit einer kleinen Feierstunde in Hannover ist kürzlich die inzwischen 4. Veranstaltung des Mentoring-Programms zu Ende gegangen. Rund 60 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

"Justizministerin Barbara Havliza ist ein Beispiel für die Möglichkeiten für weibliche Juristinnen."Klaus Esslinger

Justizministerin Barbara Havliza – einst im Referendariat in Vechta, danach bei den Staatsanwaltschaften in Osnabrück und Oldenburg, als Richterin am Landgericht in Osnabrück und schließlich beim Oberlandesgericht in Düsseldorf tätig – zeigt mit ihrer Vita, welche Möglichkeiten Juristinnen haben. Sie erklärte jetzt als Ministerin: „Wir konnten in den vergangenen Jahren in der niedersächsischen Justiz viele hervorragend qualifizierte Frauen einstellen. Damit ist es aber nicht getan! Frauen in der Justiz sind nicht nur gute Richterinnen und Staatsanwältinnen. Frauen sind auch sehr gute Direktorinnen, Präsidentinnen und leitende Oberstaatsanwältinnen. Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass sich die vielen guten Kolleginnen auch in Führungspositionen einbringen. Mit einem Mentorin-Programm unterstützen wir sie dabei.“

Während des nun abgeschlossenen, einjährigen Programms für Juristinnen haben die Teilnehmerinnen jeweils im Interesse ihres Gerichts, ihrer Staatsanwaltschaft ein Projekt entwickelt und durchgeführt. Dabei wurden sie von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Die Frauen erhielten die Gelegenheit, ihre eigenen Potenziale zu erkennen, weiterzuentwickeln und auf sich aufmerksam zu machen. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung wurden die Ergebnisse vorgestellt und man war sich einig. Es braucht noch mehr Frauen in Leitungspositionen in der Justiz.


Zur Person:

  • Klaus Esslinger ist Gerichtsreporter und war viele Jahre Lokalchef der Oldenburgischen Volkszeitung.
  • Kontakt zum Autor über: redaktion@om-medien.de.

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