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Die Grenze ist wieder da

Thema: Niederlande sind jetzt Hochinzidenzgebiet – Bei den Nachbarn im Westen rächt sich der lange Zeit viel zu sorglose Umgang mit der Corona-Pandemie.

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Bei aller berechtigten, mitunter allerdings jegliches Maß verlierenden, Kritik an der Bundesregierung im Speziellen und der Politik im Allgemeinen lohnt es sich auch in der Corona-Pandemie, gelegentlich über den Tellerrand hinauszublicken: Bei unseren westlichen Nachbarn in den Niederlanden sind die Auswirkungen von Covid-19 noch schlimmer als hierzulande. Folge: Deutschland stuft das Land mit sofortiger Wirkung als Hochinzidenzgebiet ein.

Die Zahlen sprechen eine recht deutliche Sprache: Die 7-Tage-Inzidenz liegt dort seit Wochen landesweit bei etwa 300. Und das, obwohl seit Mitte Dezember ein Lockdown gilt. Ende Januar kam noch eine abendliche Ausgangssperre dazu. Danach gab es Straßenschlachten in den Großstädten. Die Gewaltakte sind zwar wieder verschwunden, die hohe Inzidenzzahl ist jedoch geblieben.

Gleiches gilt für die Überlastung des Gesundheitssystems. Seit Monaten wird in dieser Branche schon am Limit gearbeitet, jetzt ist die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen im Vergleich zur Vorwoche noch einmal um fast 20 Prozent gestiegen. 750 Covid-Patienten werden dort behandelt, fast so viele wie bei der ersten Welle vor einem Jahr.

In den Niederlanden rächt sich der Fehler aus dem Herbst, als noch im Oktober munter ohne Maske in Geschäften eingekauft und in Kneipen Alkohol getrunken werden konnte. Das führt nun dazu, dass deutlich verschärfte Regeln für Einreisen aus dem Nachbarland gelten, inklusive Grenzkontrollen. Bitter, denn gerade die grenznahen Räume waren zuletzt beispielhaft zusammengewachsen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Band stärker ist als das Virus.

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