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Die Gemeinde Goldenstedt fördert den Zisternenbau

Mehrere Kommunen im Landkreis bezuschussen bereits die Regenwasserspeicherung – nun zieht Goldenstedt nach. Die Politik befasste sich außerdem mit den Abwassergebühren.

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Wohin mit dem Regenwasser? Um das Kanalnetz zu schonen, möchte Goldenstedt Anreize für den Zisternenbau schaffen. Foto: C. Meyer

Wohin mit dem Regenwasser? Um das Kanalnetz zu schonen, möchte Goldenstedt Anreize für den Zisternenbau schaffen. Foto: C. Meyer

Die Gemeinde Goldenstedt fördert ab dem kommenden Jahr den Bau von Regenwasserspeichern. Das haben die Gemeinderatsmitglieder in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Zu 75 Prozent gefördert (maximal 1200 Euro) werden der Richtlinie zufolge Regenwasserspeicher beziehungsweise Zisternen ab einem Fassungsvermögen von mehr als 2000 Litern. Zisternen mit einem Fassungsvermögen bis zu 2000 Litern werden zu 50 Prozent gefördert (maximal 300 Euro). Diese Zuschüsse werden aus dem bereits vorhandenen Budget für die Gründachförderung bezahlt, da dieses nur zu einem geringen Teil in Anspruch genommen wird, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht.

Überflutungen sollen vermindert werden

Die Gemeinde Goldenstedt möchte mit dieser Förderrichtlinie Anreize für Bürgerinnen und Bürger schaffen „zum verantwortungsvollen Umgang mit der endlichen Ressource Wasser“ heißt es in der Richtlinie weiter. Darüber hinaus soll bezweckt werden, dass auf privaten Grundstücken vor allem für Starkregenereignisse mehr Retentionsvolumen geschaffen wird, um unter anderem das Regenwasserkanalnetz zu entlasten und Überflutungen zu vermindern.

Die CDU-Fraktion begrüße diese Förderrichtlinie, sagte Dirk Witte, der bereits im September auf das Thema aufmerksam machte, als die Politik über Hochwasserschutzmaßnahmen der Gemeinde informiert wurde. Er halte es für sinnvoll, dass das Regenwasser möglichst „auf dem eigenen Grundstück bleibt“. Ähnlich äußerte sich IGG-Fraktionsvorsitzender Dieter Rohnstock.

Zustimmung kam ebenfalls vonseiten der FDP-Fraktion, wobei Fraktionsvorsitzender Heinrich Niemann seinen Wunsch nach einem generellen Wassermanagementskonzept für Baugebiete sowie das Gewerbegebiet äußerte. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Lück mahnte an, dass gerade beim Thema Grundwasser Vorsicht geboten sei. Er verwies dabei auf das Verwaltungsgerichtsurteil bezüglich der Grundwasserförderung durch Wiesenhof in Lohne.

Mehrere Kommunen, unter anderem Lohne, Dinklage, Holdorf und Damme, verfügen über Richtlinien zur Förderung von Zisternen.

Schmutzwassergebühren werden erhöht

Darüber hinaus beschäftigten die Goldenstedter Lokalpolitikerinnen und -politiker sich mit den Abwassergebühren. Wie Bürgermeister Alfred Kuhlmann einleitend erläuterte, werde stets kostendeckend gearbeitet. Das führt bei der Schmutzwassergebühr dazu, dass diese im kommenden Jahr auf 3,17 Euro pro Kubikmeter steigt. Bisher beträgt die Gebühr 2,91 Euro je Kubikmeter Frischwasserverbrauch. Doch damit lassen sich die Kosten nicht mehr decken. Die Gebührenerhöhung bedeutet umgerechnet für eine Durchschnittsfamilie 41,60 Euro mehr im Jahr, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht. Bereits in der vorangegangenen Finanzausschusssitzung signalisierten die Ausschussmitglieder, dass auch weiterhin die Gebühren so gestaltet werden sollen, dass sie kostendeckend sind.

Umgekehrt sinkt im kommenden Jahr die Niederschlagswassergebühr von aktuell 35 Cent den Quadratmeter bebauter Grundstücksfläche auf 28 Cent. Umgerechnet vermindert sich die Niederschlagswassergebühr für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, mit 150 Quadratmeter angeschlossene Grundstücksfläche, um 10,50 Euro im Jahr. Die Fäkalschlammgebühren bleiben wie gehabt.

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