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Die Fehler der Konkurrenz

Thema: Scholz und die SPD holen auf - Einfach nur der Profiteur der Mängel von Union und Grünen zu sein, ist  zu wenig. Auch die Sozialdemokraten müssen überhaupt erst einmal so richtig etwas bieten

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Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD, musste bisher im Wahlkampf nicht viel mehr tun, als abzuwarten. Es war für ihn die klügere Strategie, einfach darauf zu setzen, dass die Konkurrenz mit Fehlern nicht geizte – das Kalkül ging auf. Zumindest in den Umfragen.

Sah es zu Beginn des Wahlkampfes danach aus, dass sich das Duell zwischen Armin Laschet und Annalena Baerbock, also zwischen Union und Grünen, zuspitzen würde, ist nun Olaf Scholz der lachende 3. Er liegt in der Kanzlerfrage auf Platz 1, seine Partei zieht mit der Union gleichauf, die Grünen sind an 3. Stelle.

Union mangelt es an Erzählung mit Strahlkraft

Aber: Einfach nur der Profiteur der Mängel von Union und Grünen zu sein, ist freilich zu wenig. Insofern sind auch die Sozialdemokraten unter dem Zwang, überhaupt erst einmal so richtig etwas zu bieten, um für Wählerinnen und Wähler überzeugend sein zu können.

Der Union mangelt es derweil an einer Erzählung mit Strahlkraft. Laschet spricht im Wahlkampf von der Digitalisierung als vorrangigem Ziel, was gerade bei der älteren Stammwählerschaft eher Sorgen vor einer Ausgrenzung hervorrufen dürfte. Und die Jüngeren winken ab, wenn er beim Klimaschutz unpathetisch ist, die emotionale Karte bei der Warnung vor Rot-Rot-Grün zieht.

Baerbock und die Grünen wiederum setzen auf die Angst vor dem Weltuntergang, verbreiten zugleich Zuversicht, dass die Rettung möglich sein kann – mit ihnen. Der Kampf gegen den Klimawandel muss zwar in der Tat oberste Priorität haben, aber: Ein quasi religiöses Sendungsbewusstsein mit einer unerfahrenen Kanzlerkandidatin, das läuft zusehends ins Abseits.

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