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Die CDU und die Sache mit der Quote

Gästebuch: Trotz aller Bemühungen haben es die Christdemokraten bisher nicht vermocht, den Frauenanteil in der Partei signifikant zu erhöhen.

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Eine Quote ist eine bestimmte Anzahl oder Menge im Verhältnis zu einem Ganzen. Eine Frauenquote bezeichnet eine geschlechterbezogene Quotenregelung bei der Besetzung von Gremien oder Stellen. Und warum das alles? Der angestrebte Zweck der Frauenquote ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur.

Es waren (natürlich) die Grünen, die damals damit angefangen haben: Frau – Mann, links – rechts, oben – unten, Nord – Süd. Sie sind viel belächelt und kritisiert worden für die neuen Schemata und blockierten sich manchmal auch selbst. Wenig später zogen die Sozialdemokraten nach.

"Die Union ringt bis auf den heutigen Tag mit sich und der Quote."Otto Höffmann

Die Union ringt bis auf den heutigen Tag mit sich und der Quote. Friedrich Merz weiß auch nicht so recht, wo es langgehen soll. Nur rund ein Viertel der CDU-Abgeordneten in den Parlamenten des Oldenburger Münsterlandes sind weiblich. Und das allen Beteuerungen zum Trotz, dass man es doch besser machen wolle. Frauenfreundlicher, mit kürzeren Sitzungen und früherem Beginn.

Marlies Hukelmann ist Vorsitzende der Frauenunion, und das schon seit Jahrzehnten. Sie ist 68 Jahre alt, hat fünf Kinder, lebt und arbeitet auf dem Bauernhof, war lange Jahre Vollzeitlehrerin und über 30 Jahre aktiv in der CDU. 1991 war sie eine der ersten beiden Frauen in der CDU-Kreistagsfraktion Cloppenburg. Aus den Zweien ist immerhin eine Handvoll geworden, aber blamabel bleibts trotzdem.

Doch mit einer Quote braucht man dieser Ausnahmefrau nicht zu kommen. Wer so taff ist und das alles unter einen Hut kriegt, denkt natürlich: „Wenn eine Frau wirklich aktiv werden will, findet sie Lösungen für Hindernisse“, wie sie selbst kürzlich erklärte. Obwohl die CDU die Drittelquote für öffentliche Mandate und Parteiämter bereits 1996 eingeführt hatte, hapert es bis heute an der Umsetzung.

Aber eine „Quotenfrau?“. Das will Frau Hukelmann auf keinen Fall sein. Wenn ich kompetent bin, hört man oft, schaffe ich das auch so. Das meinen manche, aber sie liegen falsch. In dem oben zitierten Interview brachte es Marlies Hukelmann auf den Punkt: „Der Anspruch der Volkspartei steht und fällt auch damit, wie ich mit der Gruppe der Frauen umgehe. Sind sie willkommen? Sie sind nicht willkommen, wenn ich ein Vorstandsbild habe mit sieben Personen: sechs Männer und die Frau am Rand im schwarzen Blazer, die gar nicht mehr auffällt!“

Also, was tun? Wie den Königsweg finden zwischen fehlender Quote und der grauen Maus am Rand? Wie ohne Quote nicht gleichgesetzt werden mit Rückständigkeit, Frauenfeindlichkeit und männlichem Denken von Vorgestern? Die Lösung lautet: Silvia Breher. Wer braucht schon eine Quote, wenn er eine solche Frau hat?

Die Frau, die auffällt – auch ganz am Rand

Die (noch) 48-Jährige ist der Shootingstar der OM-Union. Aufgewachsen in Lindern, drei Kinder, Rechtsanwältin, Geschäftsführerin und seit 2017 im Deutschen Bundestag und im Bundesvorstand der CDU. Wenn die Bezeichnung nicht etwas abwertend wirken würde, träfe das Bild des „Paradiesvogels“ bestens zu. Wem Frau Breher nicht auffällt, hat was mit den Augen.

Der Vorteil an ihr ist: Man braucht nicht mehr so dringend eine Frauenquote. Denn wenn sie bei fünf oder sieben Männern auf einem Foto selbst im dunklen Blazer alleine ganz rechts stünde, käme niemand auf die Idee zu fragen, wer denn die graue Maus sei. Sie vereint alles in sich: jung, modern, konservativ, Mutter, präsent von Gleichstellung bis Pferdezucht. Da sagt ein Bild mehr als 1000 Quoten.

Gleichstellung per Dekret? Quote gar? „Mir geht es um das Aufbrechen eines gesellschaftlichen Rollenbildes und die Abschaffung der Diskriminierung im Alltag, die Unterdrückung und die Gewalt gegen Frauen“, heißt es auf Silvia Brehers Homepage. Das sind noch klar Worte und abschließend lautet ihr Fazit: „Es gibt hier noch viel zu tun.“ Also: Packen wir's denn auch an!


Zur Person:

  • Otto Höffmann ist Rechtsanwalt in Cloppenburg.
  • Den Autor erreichen Sie unter der E-Mail-Adresse redaktion@om-medien.de.

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