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Diakonie bangt wegen hoher Preise um soziale Einrichtungen

Die hohen Energiepreise belasten alle. Soziale Einrichtungen seien besonders gefährdet, warnt Diakonie-Präsident Lilie. Der Bund der Steuerzahler warnt vor Lasten für künftige Generationen.

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Symbolfoto: dpa

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Mit Blick auf die hohen Energiepreise warnt der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, vor Gefahren für den Fortbestand sozialer Einrichtungen.

"Der sozialen Infrastruktur droht der Zusammenbruch", sagte Lilie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Es handele sich in der Regel um gemeinnützige Institutionen, die aus rechtlichen Gründen kaum Rücklagen bilden dürften und nun nicht wüssten, wie sie die gestiegenen Strom- und Gaspreise bezahlen sollten.

"Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und können nicht noch Monate auf einen Energiepreisdeckel warten", sagte Lilie. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) plädierte dafür, den geplanten milliardenschweren "Abwehrschirm" auch für soziale Einrichtungen zu nutzen.

Lilie fordert Hilffen für Geringverdiener auf den Herbst vorzuziehen

Laut RND forderte Lilie die Ampel-Koalition zudem auf, Hilfen für Geringverdiener und Bezieher von Sozialleistungen auf den Herbst vorzuziehen. "Diese Menschen leben oftmals von der Hand in den Mund, weil sie nie die Chance hatten, Vermögen aufzubauen." Sie hätten keine Möglichkeit, die hohen Energie- und Lebensmittelpreise zu kompensieren. Zwar sei es gut und richtig, den Regelsatz beim neuen Bürgergeld oder das Wohngeld ab Januar zu erhöhen, wie die Ampel-Regierung es plant. "Aber das kommt zu spät", meinte Lilie.

Ministerin Paus versicherte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online Samstag, Print Sonntag), man habe die Auswirkungen der Energiekrise auf Einrichtungen und Träger im Blick. "Denn gemeinnützige Einrichtungen wie die Tafeln, Beratungsstellen oder Schutzeinrichtungen sind für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unerlässlich."

Wenn diese die explodierenden Energiekosten nicht mehr schultern könnten, treffe dies die Schwächsten – "Kinder, Jugendliche, alte Menschen, einkommensschwache Familien", zählte Paus auf. "Deshalb müssen wir den wirtschaftlichen Abwehrschirm so weit aufspannen, dass die soziale Infrastruktur darunter ebenso Schutz findet wie die Vereine und Initiativen der Zivilgesellschaft."

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