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Dezentrale Anlagen für die meisten Löninger Klassenräume notwendig

Der Fach-Ausschuss des Stadtrates empfiehlt zentrale Lüftung für Grundschule Wachtum, die neue Kinderkrippe an der Mühlenstraße und den Realschul-Hörsaal.

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Soll in Zukunft vermieden werden: Statt durch offene Fenster soll die Zufuhr frischer Luft und der Abtransport von CO₂ und Viren durch den Einbau von Lüftungsanlagen erfolgen. In 90 Prozent der Fälle ist in Löningen eine dezentrale Lösung notwendig. Foto: dpa

Soll in Zukunft vermieden werden: Statt durch offene Fenster soll die Zufuhr frischer Luft und der Abtransport von CO₂ und Viren durch den Einbau von Lüftungsanlagen erfolgen. In 90 Prozent der Fälle ist in Löningen eine dezentrale Lösung notwendig. Foto: dpa

Einstimmig hat der Ausschuss für Schule, Kultur, Tourismus und Gesundheit des Stadtrates zum Thema Lüftung in Schulen konkrete Planungen zum Einbau von drei zentralen Lüftungsanlagen und das Erstellen eines langfristigen Konzepts für alle Schulen in städtischer Trägerschaft empfohlen.

In einem ersten Schritt sollen nach den Vorstellungen des Ausschusses zentrale Anlagen in die Grundschule Wachtum und in die neue zweigruppige Kinderkrippe in der Mühlenstraße installiert werden, deren Sanierung und Erweiterung beziehungsweise Neubau bald beginnt. Drittes konkretes Projekt ist der Einbau einer Anlage in den fensterlosen alten, derzeit kaum genutzten Hörsaal der Realschule und der Umbau in einen Multifunktionsraum für die Ganztagsbetreuung. Auf seiner jüngsten Sitzung beschäftigten sich die Mitglieder ausführlich mit dem Thema. Grundlage waren die von dem Fachplaner beziehungsweise Experten Herbert Schmidt und Carsten Hensmann vom Ingenieurbüro Vorpahl aus Westoverledingen gegebenen Erläuterungen über die Vor- und Nachteile von vier verschiedenen Lüftungssystemen für Schulen und Kindertagesstätten.

1,3 Millionen  Euro Zuschuss für Lüftungsanlagen

Anlass ist auch die 80-prozentige Bundes-Förderung für den Einbau Corona-gerechter Anlagen in Räume für Kinder unter 12 Jahren. Ziel der Löninger Planungen ist es, im November eingegangene positive Bescheide für alle beantragten Einbauten über rund 1,3 Millionen Euro auch zu nutzen, betonte Bürgermeister Burkhard Sibbel. Er dankte den Geschäftsbereichsleitern Ulrich Keil und Andreas Brundiers für das schnelle Erstellen der Unterlagen. Von der Variante A, dem Umluftgerät, riet Schmidt ab, da es keine Frischluftzufuhr gebe und die Luftwalze Viren nur im Klassenraum verteile. Die dezentrale Lüftung ohne Kanalsystem als Variante B sorge für frische Luft, transportiere CO₂ und Viren ab und spare Energie durch Wärmerückgewinnung. Nachteile der Variante C, der dezentralen Lüftung mit Kanälen, seien viele einzelne Geräte und ein erhöhter Wartungsaufwand.

Die zentrale Lüftung als grundsätzlich beste Lösung hat neben den bereits genannten Vorteilen und dem geringeren Wartungsaufwand vor allem den sehr hohen Installationsaufwand in vorhandenen Gebäuden als gravierenden Nachteil. Die Stadtverwaltung hat den Auftrag erhalten, zu prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen Lüftungsanlagen in den Grundschulen Löningen, Evenkamp und Bunnen sowie der Real- und der Hauptschule installiert werden können. Schon jetzt ist nach Angaben der Verwaltung klar, dass aufgrund der baulichen Gegebenheiten die Installation einer Lüftungsanlage in 90 Prozent der Löninger Gegebenheiten in den Klassenräumen nur mit einer dezentralen Lösung umsetzbar ist. Zu- und Abluft wird über eine Kernbohrung in die Fassade oder über ein Oberlicht im Fenster möglich gemacht.

90 Prozent der Räume erfordern dezentrale Lösungen

Anlass für die Debatten ist die zwingende Notwendigkeit, wegen der Corona-Pandemie die Virenlast durch Luftaustausch so deutlich zu reduzieren, dass die Gefahr, sich zu infizieren, so weit wie möglich sinkt. Sie ist auch die Reaktion auf die Praxis des vergangenen Winters, als die Fenster in kurzen Abständen immer wieder geöffnet wurden und Unterricht nur mit Winterjacken, Schals und Mützen möglich war. Der Zielwert bei der CO₂ Konzentration sei weniger als 1000 ppm, so Schmidt . Dafür muss rund 30 Kubikmeter Luft pro Schüler pro Stunde ausgetauscht werden.

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