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Devoter Diktator?

Thema: Lukaschenko kündigt Veränderungen an - Der weißrussische Staatspräsident inszeniert sich als einsichtiges Unschuldslamm. Von "Viva la Revolution" ist das Ganze weit entfernt.

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Nach wochenlangen Massenprotesten, Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt und steigender Zahlen inhaftierter Regime-Kritiker scheint sich das Blatt in der Causa Lukaschenko nun doch zu wenden.

"Veränderungen, Veränderungen", soll der 66-jährige Diktator am Montag krakeelt haben. Die gelte es jetzt für Weißrussland zu erörtern. Grund genug für einen Freudensturm der belarussischen Bevölkerung? Mitnichten. Denn: Wer einmal lügt, dem glaubt (man besser) nicht - und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Wie unzuverlässig und egoistisch der knüppelharte Autokrat ist, hat er in den vergangenen 26 Jahren zuhauf unter Beweis gestellt. Erst nach seiner letzten Wahl im Mai 2015 versicherte der Präsident, alle "strategischen Ziele der mittelfristig angelegten Sozial- und Wirtschaftsentwicklung" umsetzen zu wollen. Und das Resultat? Nichts. Nada, niente. Leere Worthülsen. Er hält sein Volk nur bei der Stange.

Gleiches wird für die angekündigten Reformen des selbstverliebten Patriarchaten gelten. Wer glaubt, dass es unter dem autoritären Landesvater fundamentale Verfassungsänderungen geben wird, irrlichtert gewaltig. Ein Despot bleibt sich treu. Gut getarnt inszeniert sich der weißrussische Staatschef gekonnt als einsichtiges Unschuldslamm. Vermeintlich verständnisvoll. Von „Viva la revolution!“ weit entfernt. So lange Putin Lukaschenko deckt und wirtschaftlich absichert, passiert gar nichts. Da helfen auch nicht die Sanktionen der Europäischen Union. Und die Moral von der Geschicht? Einen devoten Diktator gibt es nicht.

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