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Deutlich mehr Verfahren wegen illegaler Autorennen

Illegale Autorennen werden schnell auch für Unbeteiligte zur tödlichen Gefahr. Niedersachsens Justizministerin geißelt die Taten und begrüßt harte Strafen für die Raser ausdrücklich.

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Symbolfoto: dpa

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Die Ermittler in Niedersachsen haben es immer häufiger mit illegalen Autorennen zu tun. Waren im Jahr 2019 noch 126 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, waren es im Jahr darauf bereits 254 und bis Mitte November dieses Jahres sogar 410 Verfahren. Das teilte das Justizministerium in Hannover auf Anfrage mit. Die Zahl der Anklagen stieg von 53 im Jahr 2019 auf jetzt 161.

Justizministerin Barbara Havliza nimmt die Raser angesichts dieses Anstiegs ins Gewissen. "Wer vollkommen leichtsinnig mit dem Leben anderer spielt, hat hinter einem Lenkrad nichts zu suchen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Autorennen im Straßenverkehr sind gemeingefährlich und enden nicht selten tödlich. Das Leid der Hinterbliebenen ist erschütternd, die Taten sind an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten. Es ist deshalb gut, dass die Polizei ganz genau hinsieht und kontrolliert."

Der Verlust des Führerscheins und die Einziehung des Autos seien dabei noch mildere Konsequenzen, erklärte Havliza. Bei einem tödlichem Rennausgang könne auch eine Verurteilung wegen Mordes mit lebenslanger Freiheitsstrafe im Raum stehen. "Die in jüngerer Vergangenheit dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichtshof begrüße ich ausdrücklich", sagte die Ministerin.

In Bremen ist ein vergleichbarer Anstieg nicht zu beobachten

Erkenntnisse darüber, warum die Verfahrenszahlen zuletzt so stark gestiegen sind, liegen dem Justizministerium nicht vor. "Ein Erklärungsversuch könnte sein, dass die Polizei verstärkt bei illegalen Straßenrennen kontrolliert und ihre Präsenz erhöht hat", sagte ein Sprecher. Denkbar sei aber auch, dass die Polizei nach Unfällen wegen zu hoher Geschwindigkeit zunächst Verfahren wegen Autorennen einleite.

Im Bundesland Bremen ist ein vergleichbarer Anstieg nicht zu beobachten. Nach 63 Verfahren mit 99 Beschuldigten im Jahr 2020 gab es dieses Jahr bis Dezember 55 Verfahren mit 78 Beschuldigten.

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