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Der stete Tropfen

Thema: Das Verhältnis zwischen Russland und Belarus - Putin hat die Fäden in der Hand. Lukaschenko ist nicht mehr als seine Marionette. Doch außer den beiden gibt es auch noch das Volk.

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Sicher, dass Putin Lukaschenko gleich fallen lassen würde wie eine heiße Kartoffel war kaum zu erwarten. Dies nicht nur, weil der russische und belarussische Präsident eine lange Männerfreundschaft verbindet. Vielmehr dürfte Putin größte Sorge sein, dass ein Sturz Lukaschenkos auch auf ihn selbst abfärben und ins Wanken bringen könnte.

Außenpolitische Schwächen kann sich Putin nicht leisten, wenn er nach innen weiter als starker Mann im eigenen Land gelten will. Tatsächlich aber agiert der russische Präsident wie jemand, der die Republik Belarus wie eine Art russischer Außenableger ansieht. Lukaschenko, soviel wird durch den aktuellen Besuch deutlicher denn je, ist nicht nur finanziell auf das Wohlwollen des Kremls angewiesen. Tatsächlich hat allein Putin die Fäden in der Hand. Lukaschenko ist nicht mehr als seine Marionette.

Fraglich ist, wie lange der Puppenspieler dieses Theater aufrecht erhalten kann. Denn der Unfrieden in Belarus wir weiterhin anhalten. Die Tage des weißrussischen Machthabers sind in Wahrheit längst gezählt. Seine Macht wird er nicht mehr so einfach nach putinscher Art mit einer Verfassungsänderung absichern können. Dafür ist es längst zu spät. Das wird sich das belarussische Volk nicht gefallen lassen.

Putin wird früher oder später Lukaschenko fallen lassen müssen. Zu hoffen ist, dass sich Belarus sich dann so verändert, wie sich die Bevölkerung es sich jetzt wünscht. Das Volk wird dafür weiter friedlich auf die Straße gehen, letztlich wissend: Der stete Tropfen höhlt den Stein.

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