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Der Pazifismus ist nicht tot

Thema: Ostermärsche in Zeiten des Ukraine-Krieges – Wer sich vorschnell vom Grundprinzip der Gewaltlosigkeit verabschiedet, stellt nicht nur die Zivilisation infrage.

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Der russische Angriffskrieg in der Ukraine führt vor Ort zu Tod, Leid und Vertreibung. Hierzulande entwickeln sich daraus immer mehr verbale Gefechte, die schlichtweg unethisch sind. Heißt: Manch seelenlose Zeitgenossen versuchen, die Krise auszunutzen, um ihnen unliebsame Werte auszuhebeln, die gesellschaftlicher Konsens sind.

Beispiel: FDP-Politiker Lambsdorff bezeichnet die Teilnehmer der Ostermärsche als „5. Kolonne Wladimir Putins“. Wer jetzt Abrüstung fordere, „spucke ... den Verteidigern Kiews und Charkiws ins Gesicht“. Das, was Lambsdorff hier tut, ist nichts anderes als übelste Kriegsrhetorik. Motto: Bist du nicht mein Freund, bist du mein Feind.

Es bleibt dabei: Krieg ist kein Mittel der Politik

Natürlich hat die Ukraine jedes Recht dieser Welt, sich zu verteidigen. Und das kann – ob der russischen Übermacht und Aggressivität –  aktuell leider nur mit Waffen geschehen. Aber daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass das generelle Streben nach Frieden, Abrüstung und Gewaltlosigkeit dem Kriegstreiber in die Hände spielt und der Pazifismus tot ist, ist blanker Unsinn. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Trotz allem ist Gewalt niemals eine Lösung, Krieg darf auch weiterhin kein Mittel der Politik sein und der Pazifismus ist nicht tot.

Wer sich jetzt vorschnell und dauerhaft vom Grundprinzip der Gewaltlosigkeit verabschiedet, der stellt – wie Putin – die zivilisierte Welt infrage. Und nicht nur das: Wer den Pazifismus für tot erklärt, der spuckt auch – um in den Lambsdorffschen Duktus zu verfallen – auf die Heldinnen und Helden der jüngeren deutschen Geschichte. Wenn jemand bewiesen hat, dass gewaltfreier Widerstand erfolgreich sein kann, dann die Bevölkerung der DDR im Jahr 1989.

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