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Der Krieg gegen die Ukraine geht uns alle an

Thema: Was darf die Politik den Deutschen abverlangen? Darüber ist eine Diskussion entbrannt, die sich allmählich von der wahren Ursache der Energiekrise abkoppelt. Das ist falsch.

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Die Inflation frisst unser Erspartes, der Einzelhandel warnt vor dunklen Innenstädten, derweil die Heizkosten in astronomische Höhen steigen: Journalisten und Politiker von ganz rechts bis ganz links entwerfen derzeit ein dystopisches Zukunftsbild. Der Herbst droht schlimm zu werden, schon rufen AfD und Linke zu neuen Montagsdemos auf.

Auch die Parteien der Mitte sind zerrissen. Während FDP-Vize Kubicki den Kotau vor Putin nicht scheut und allen Ernstes die Inbetriebnahme der Gaspipeline Nordstream 2 fordert, appelliert seine Parteikollegin Strack-Zimmermann an die Deutschen, zu „persönlichen Opfern“ bereit zu sein.

Doch was bedeutet das? Unser gut ausgebautes soziales Netz hat Menschen in Not bislang einigermaßen aufgefangen. Dies muss trotz der großen Herausforderungen weiter gelingen. Dafür sollte die Gesellschaft ihre Ansprüche neu justieren und lieb gewonnene Selbstverständlichkeiten hinterfragen.

Ist das angesichts eines Krieges mitten in Europa, dem seit einem halben Jahr täglich Menschen zum Opfer fallen, zu viel verlangt? Die Antwort kann nur ein klares "Nein" sein. Wer, wie der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla, so tut, als ginge uns der Angriff Russlands auf die Ukraine im Grunde nichts an, legt einen moralischen wie politischen Offenbarungseid ab. Der Krieg betrifft uns alle und er stellt uns nicht einmal vor die Wahl zwischen demokratischer Selbstbehauptung oder der Wahrung des materiellen Wohlstandes. Ohne persönliche Einschränkungen – andere mögen von Opfern sprechen – wird uns beides nicht gelingen. 

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