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Der Jüngste im Rat freut sich auf die Diskussionen

Moritz Cloppenburg ist mit seinen 20 Jahren das jüngste Mitglied im Böseler Gemeinderat. Dem Liberalen liegen Umwelt, Digitalisierung und Entbürokratisierung am Herzen.

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Moritz Cloppenburg ist das jüngste Mitglied im neuen Böseler Gemeinderat. Foto: Melanie Schmitz

Moritz Cloppenburg ist das jüngste Mitglied im neuen Böseler Gemeinderat. Foto: Melanie Schmitz

Irgendwie passt es, dass ausgerechnet Moritz Cloppenburg das jüngste Mitglied im neuen Rat der Gemeinde Bösel ist. Der 20-Jährige zieht für die FDP in das oberste Entscheidungsgremium ein; die Liberalen waren auch in Bösel bei den Erst- und Jungwählern ganz weit vorne gelandet. 

Diese Entwicklung war noch nicht abzusehen, als Cloppenburg sich zum Ende seiner Schulzeit näher mit der FDP beschäftigte und im Frühjahr 2020 dann auch in die Partei eintrat. Eine politische Prägung aus dem Elternhaus hat bei seiner Entscheidung keine Rolle gespielt. "Meine Eltern sind nicht politisch aktiv und stehen auch nicht der FDP nahe", sagt er. "Die FDP gibt für mich einfach häufig die besten Antworten auf die Fragen, die auf uns zukommen."

"Der Einzelne muss mehr Verantwortung bekommen, wir dürfen den Menschen nicht so viel vorschreiben."Moritz Cloppenburg, jüngstes Ratsmitglied in Bösel

Neben dem Umweltthema sind das für ihn auch die Digitalisierung, der schlanke Staat und der Bürokratieabbau. "Die liberale Sichtweise hat sich dabei nicht einer Lösung verschrieben, sondern schaut, was etwa aus wissenschaftlicher Sicht das Sinnvollste ist", erläutert er. Auch das Thema Freiheit sei ihm wichtig. "Der Einzelne muss mehr Verantwortung bekommen, wir dürfen den Menschen nicht so viel vorschreiben."

Nach seinem Eintritt hat der Petersdorfer ziemlich schnell Fuß in der Partei gefasst. "Anfangs war wegen Corona natürlich nicht viel los", erinnert er sich. "Aber ich habe mich so gut es ging engagiert und zu Wort gemeldet." Kurz darauf wurde er stellvertretender Kreisvorsitzender bei den Jungen Liberalen im Landkreis, im Frühjahr 2021 kam als logische Konsequenz die Frage auf ihn zu, ob er für den Gemeinderat kandidieren wolle. "Und weil ich mich bei der Arbeit in der Partei wohlfühle, habe ich mir gedacht, das mache ich jetzt einfach", erzählt er. Sechs Kandidaten sind in Bösel für die FDP angetreten, zwei mehr als in den drei anderen Nordkreiskommunen zusammen. 11,89 Prozent hat die Partei geholt, "da hat nicht viel zum 3. Ratssitz gefehlt", sagt Cloppenburg.

Cloppenburg will ein Jugendparlament initiieren

Eines der Themen, die sich die FDP im Rat vornehmen will, ist die Frage, wie man mehr Wohnraum für junge Leute schaffen kann. "Da herrscht Mangelware, dabei gibt es viele junge Menschen, die nicht gleich ein Haus bauen wollen, vielleicht weil sie erst Fuß fassen wollen oder noch in Ausbildung sind", sagt Cloppenburg. Dafür müsse die Gemeinde die Rahmenbedingungen – Stichwort Dichtekonzept – schaffen und vor allem schnell und unbürokratisch agieren.

Ein anderes Thema, das ihm am Herzen liegt, ist die Aktivierung der gesamten Gesellschaft für kommunalpolitische Themen. "Wir wollen ein Jugendparlament und einen Seniorenbeirat oder -beauftragten installieren", erläutert der 20-Jährige. "Es passt irgendwie, dass diese Vorschläge von uns kommen, Martin Meinerling ist das älteste Mitglied im Rat und ich das jüngste."

Und dann ist da noch die Digitalisierung. "Das ist ein riesiges Thema, das ich sehr interessant finde", so Cloppenburg. Die Live-Übertragung von Ratssitzungen gehört für ihn ebenso dazu wie Fortschritte bei der Internetanbindung und bei der Mobilfunkabdeckung. "Zwischen Bösel und Petersdorf sitzt man mit dem Handy schnell auf dem Trockenen", moniert er. "Das darf 2021 nicht mehr sein."

Am meisten freut Cloppenburg sich aber darauf, mit Ratskollegen aus anderen Parteien in einen Austausch zu treten. "Interessant wird Demokratie doch vor allem, wenn man mit anderen Meinungen konfrontiert wird", sagt er. Und weil ihm die Politik bislang so viel Spaß macht, kann er sich auch vorstellen, auf Kreisebene andere Ämter zu übernehmen und beispielsweise als Beisitzer im Vorstand mitzuarbeiten. Auch dort gebe es viel zu tun, immerhin wachse die Partei gerade rasant. "Unsere Mitgliederzahl hat sich in den letzten zwei Jahren fast verdoppelt", sagt er. "Es ist Wahnsinn, was da gerade passiert."

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