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Der Gang ins Aschgraue?

Thema: Merkel verteidigt Corona-Maßnahmen – Einzelne Vorkehrungen sind mehr als fragwürdig. Allerdings ist und bleibt die Gesellschaft als Ganzes gefordert. Darin liegt die Gefahr.

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Die zweite Welle rollt über den gesamten Globus. Die wahre Krise ist gerade erst im Kommen. Das Virus ist außer Kontrolle. Auch in Deutschland eröffnet es das eigentlich schon lange nicht mehr Verborgene: die Ohnmacht Angela Merkels und der Länderchefs.

Die harten Corona-Maßnahmen sind eine Art Kapitulation, die bereits in den Gesundheitsämtern vieler Regionen abzulesen war. Das Infektionsgeschehen ist kaum noch nachvollziehbar. Ein Horrorszenario droht: zu wenig Intensivbetten, der Kollaps des Gesundheitssystems.

Licht ins Dunkel soll nun das Experiment "Shutdown light" bringen. Die Welle brechen. Ein Aufbruch ins Ungewisse, der den Menschen erneut viel Solidarität abverlangt. Unverhältnismäßige, herbe Rückschläge für Gastronomie, Museen und Theater erzürnen. Schulen und Kitas bleiben offen – Sport, Bewegung für Kinder, ist tabu. Vergeblich sucht man nach Verhältnismäßigkeit. Contra ist erlaubt und nötig.

Die Maßnahmen sind hart. Für viele mögen sie ins Aschgraue gehen. Eine Reaktion war unumgänglich – nicht zu vergessen, dass der Kampf gegen die Pandemie keine nationale, sondern internationale Kraftanstrengung ist.

Allerdings: Die Vernunft aller ist gefordert – und darin liegt die Gefahr. Auch wenn Menschenleben wichtiger als Wohlstand sind, wird die Freiheit des Einzelnen für manche Priorität haben – und genauso unkontrollierbar sein wie die Verbreitung des Virus.

Der Aktionismus der Regierung könnte sich als Papiertiger entpuppen. Es bleibt (nur) die Hoffnung, dass die Menschen zur Vernunft kommen.

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