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Der Führung im Iran werden die aktuellen Proteste nichts anhaben

Thema: Proteste im Iran – Auch wenn der Westen jetzt den Sturz des Ayatollah-Regimes herbeisehnt:  Die Protestierenden werden die Machthaber in der islamischen Republik nicht stürzen können.

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Die Sanktionen, die der Westen seit 2017 gegen das iranische Regime verhängt hat, wirken. Sie wirken inzwischen so massiv, dass sich auch das Kleinbürgertum und die Bauern, bisher die Stütze des Religionsstaates, den Protesten im Land anschließen.

Die Ayatollahs haben in 40 Jahren islamischer Republik den Wohlstand des Landes verspielt. Mehrjährige Inflationsraten von weit über 40 Prozent, zuletzt 25 Prozent, lassen die Menschen verzweifeln: Wie lässt sich der tägliche Unterhalt bezahlen? Und: Ist auch kaum Geld im Land vorhanden, so gelangt das Wenige immer an die Günstlinge des Systems. Wer das sieht, wer jung ist, wer verzweifelt ist, geht auf die Straße. Das Kopftuch ist da nur von tragischer Symbolik.

"Moralpolizei, Revolutionsgarden und Milizen sind längst Teil eines stabilen religiösen Staates im Staate."Roland Kühn

Die auf faktisch allen staatlichen Ebenen installierten Herrschaftsorgane, an der Spitze stehend der allmächtige oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und der Wächterrat, kontrollieren das tägliche Leben mit harter Hand. Moralpolizei, Revolutionsgarden und Milizen sind längst Teil eines stabilen religiösen Staates im Staate. Den ideologischen Rahmen des Lebens im Land steckt auf allen Ebenen das Regime ab. Mit seinem umfassenden Repressionsapparat wird es seine Macht zu erhalten wissen.

Sollte sich der Westen Hoffnungen auf den Sturz des Regimes machen? Nein. Die religiöse Verblendung der Staatsführung der islamischen Republik mag ein Zitat des einstigen stellvertretenden Außenministers Hassan Ghaschghavi zeigen: Auch wenn man Hunderttausend Menschen exekutieren müsse, werde man mit der Durchsetzung der Regeln des Koran fortfahren.

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