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Der Frust von Intensivpflegekräften auf den Corona-Stationen wächst

Kündigungen, Arbeitszeitverkürzungen und interne Stellenwechsel: Viele Intensivpfleger können und wollen nicht mehr. Das verschärft die Personallage in den niedersächsischen Kliniken.

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Lenard Bornemann steht in einem Patientenzimmer. Foto: dpa/Pförtner

Lenard Bornemann steht in einem Patientenzimmer. Foto: dpa/Pförtner

Nach fast zwei Jahren Pandemie sind viele Intensivpfleger auf den Corona-Stationen am Ende ihrer Kräfte. Vor allem der hohe Anteil an ungeimpften Patienten ist frustrierend, wie Pflegekräfte der Universitätsmedizin Göttingen im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagten. "Wir kämpfen natürlich für diese Patienten, auch wenn die Impfgegner sind. Das ist mein Job, ich möchte, dass dieser Mensch überlebt", sagte Lenard Bornemann, Intensivpfleger an der Uniklinik. Und doch würde es das Leben von ihm und seinen Kollegen sehr viel einfacher machen, wenn sich auch die Unschlüssigen impfen ließen.

Im Vergleich zum Vorjahr 3000 Beatmungsplätze abgebaut

Aufgrund der langanhaltenden und hohen Belastung kommt es nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft vermehrt zu Kündigungen, Arbeitszeitverkürzungen und internen Stellenwechseln bei den Pflegekräften. Die personelle Situation sei deswegen in fast allen Krankenhäusern in Niedersachsen sehr angespannt. Deutschlandweit hat das nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) dazu geführt, dass in der vierten Corona-Welle 3000 Beatmungsbetten weniger zur Verfügung stehen als vor einem Jahr.

Auch an der Universitätsmedizin in Göttingen verlassen diesen Winter mehrere Pflegekräfte die Intensivstation. Um den Fachkräftemangel auszugleichen, muss Pflegepersonal aus anderen Bereichen abgezogen werden, so Kliniksprecher Stefan Weller. Betten müssten auf diesen Stationen geschlossen werden. Nicht notfallmedizinische Operationen würden deswegen verschoben. "Für alle Beteiligten ist das eine unbefriedigende und belastende Situation", sagte der Sprecher.

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