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Der "Doppelwumms" allein reicht nicht

Thema: Bundestag beschließt Energiepreisbremsen – 200 Milliarden Euro sind eine gigantische Summe, um die Energiepreise zu deckeln. Das Geld muss allerdings auch gerecht verteilt werden.

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Einige werden merkbar entlastet, andere hingegen kriegen so gut wie nichts: Bei den Energiepreisbremsen gibt es noch genug Bedarf zum Nachbessern.

Das Gesetz wurde mit der heißen Nadel gestrickt. Deshalb ist es lange nicht perfekt.

"Das Gießkannen-Prinzip schlägt an dieser Stelle nämlich vollkommen fehl."Max Meyer

Denn: Wer im vergangenen Jahr viel Gas verbraucht hat, bekommt im Vergleich auch mehr Geld zurück. Und das kommt gerade Gutverdienenden oder Wohlhabenden zugute, die beispielsweise über große Anwesen verfügen, die natürlich beheizt werden müssen. Und diejenigen, die schon in 2022 vorbildlich wenig geheizt haben, werden dafür indirekt bestraft. Ihre Heizprognose fällt nämlich für das Jahr 2023 deutlich schwächer aus. Das Gießkannen-Prinzip schlägt an dieser Stelle vollkommen fehl. Für die gerechte Auszahlung gibt es  zurzeit keinen direkten Weg, sondern nur den über die Energieversorger. Sie müssen es irgendwie hinbekommen, die vom Staat veranlassten Entlastungen an die Gas- und Stromkunden zu übergeben – und stecken sich hoffentlich nicht selbst die Taschen voll. Hier muss der Staat unbedingt nachbessern. Hoffentlich gelingt ihm das, sonst droht ein neuer Tankdeckel.

Wenn 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs gedeckelt werden, klingt das erst mal nach sehr viel. Allerdings kann im kommenden Jahr das letzte Fünftel sehr teuer werden. Hier muss die Bundesregierung – spätestens im März – prüfen. Das Gleiche gilt für den Strompreisdeckel. Hinter 40 Cent pro Kilowattstunde kann eine über 10-prozentige Preiserhöhung stecken. Daher ist es wahrscheinlich mit dem „Doppelwumms“ nicht getan.

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