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Dem Gift entgegenwirken

Thema: Das Attentat von Hanau - Wir haben ein Problem mit Gewalt vom rechten Rand. Hier muss nicht nur der Staat handeln. Wir als Gesellschaft sind gefragt.

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Ja, Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier kann man nur zustimmen, offene Fragen zum Anschlag in Hanau vor einem Jahr müssen dringend aufgeklärt werden. Der Staat steht hier in der Bringschuld.

Nur zu oft und zu gern haben Bundespolitiker und die Chefs von Ermittlungsbehörden bisher von Einzeltätern gesprochen, wenn es um rechtsextremistisch motivierte Anschläge in Deutschland ging. Erinnern muss man in diesem Zusammenhang auch an die langjährigen Mordanschläge des National-Sozialistischen-Untergrunds (NSU). Die Ermittlungsbehörden waren hier lange Zeit regelrecht blind unterwegs. Heute wissen wir, dass der Verfassungsschutz mit V-Mann-Honoraren das Umfeld des rechtsextremen Sumpfs sogar finanziell unterstützte. Die Aufarbeitung des NSU-Komplexes rüttelte die Nation wach. Der schreckliche Anschlag von Hanau hat allen endgültig die Augen geöffnet: Deutschland hat ein Problem am gewaltbereiten rechten Rand. Wenn Kanzlerin Angela Merkel sagt, "Rassismus ist ein Gift", dann ist das ein Bekenntnis dafür, dass wir inzwischen über ein vergiftetes Klima nachdenken müssen, das solche Anschläge überhaupt erst möglich macht, weil es potenzielle Täter motiviert.

Tatsächlich erkennt Merkel damit an, dass wir in einer Zeit leben, in der Hetze im Internet und aggressive Reden, wie wir sie bei der AfD erleben, sich direkt negativ auswirken können. Es ist sicher Aufgabe des Staates, hier noch wachsamer zu sein. Aber es ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dem Gift entgegenzutreten und mehr Haltung zu zeigen.

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