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Debatte um Verkehrsführung am Lohner Gymnasium geht weiter

Es liegen Vorschläge von der Stadtverwaltung und von der CDU-Fraktion vor, die im Verkehrsausschuss rege diskutiert wurden. Jetzt ist wieder die Verwaltung am Zug.

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Ein Bereich, der verändert werden soll: Die Kreuzung Schellohner Weg/An der Kirchenziegelei. Foto: Kessen

Ein Bereich, der verändert werden soll: Die Kreuzung Schellohner Weg/An der Kirchenziegelei. Foto: Kessen

Die Debatte um die zukünftige Verkehrsführung am Lohner Gymnasium läuft: Sowohl die Verwaltung als auch die CDU-Fraktion mit einem Antrag stellten in der jüngsten Sitzung des Bau-, Verkehrs-, Planungs- und Umweltausschusses Konzepte vor, wie die Verkehrssituation am Gymnasium entschärft werden könnte. Nach den Beratungen ist es nun Aufgabe der Stadt, das Beste aus den beiden Lösungen zu verbinden.

Den Anfang der Vorstellung machte die Verwaltung. "An 23 Stunden am Tag gibt es dort keine Probleme, nur zu den Stoßzeiten bei Schulbeginn und am Schulende ballt sich der Auto- und Radverkehr", sagt Bauamtsmitarbeiter Bernd Hinrichs. Der Bereich sei "kein Unfallschwerpunkt", trotzdem müsse die Situation verbessert werden. Dafür habe die Stadt zusammen mit dem Planungsbüro Nordlohne & Bley ein Konzept ausgearbeitet, das 3 Stellen der Verkehrsführung berücksichtige.

Stadt will Einmündung der Jägerstraße verschieben

Die erste Änderung betrifft den Einmündungsbereich der Jägerstraße auf die Vechtaer Straße. "Der Einmündungsbereich soll verschoben werden, um ein gefahrloses Einfädeln der Radfahrer auf die Fahrbahn der Jägerstraße zu ermöglichen", erläutert Hinrichs. Der schmale Gehweg müsse dann nicht mehr von Radfahrern benutzt werden; sie können auf der rechten Seite zum Gymnasium fahren. Um dem Verkehr auch zu Stoßzeiten gerecht zu werden, soll es laut der Verwaltung den Radfahrern aber weiterhin gestattet bleiben, den angesetzten Radweg in beide Richtungen zu befahren. "Die Radfahrer werden sich erfahrungsgemäß nicht auf der Fahrbahn hinter die Autos stellen, sondern auf den Gehweg ausweichen", weiß Hinrichs. Daher solle der in beide Richtungen befahrbare Radweg eine Alternative bieten.

Des Weiteren sieht das Konzept der Verwaltung einen Umbau des Kreuzungsbereiches Möhlendamm/Jägerstraße vor. "Der Kreuzungsbereich soll zu einer eindeutigen rechts-vor-links-Kreuzung umgebaut werden", sagt Hinrichs. Außerdem werde der abgesetzte Radweg der Jägerstraße, der in den Kreuzungsbereich Möhlendamm mündet, dann über eine markierte Radfahrfurt zum Parkplatzbereich des Gymnasiums geführt. Die Verwaltung möchte zudem den Kreuzungsbereich An der Kirchenziegelei/Möhlendamm/Schellohner Weg umgestalten. Auch hier solle der Bereich zu einer "eindeutigen" rechts-vor-links-Kreuzung umgestaltet werden. Der nebenstehende Radweg 'An der Kirchenziegelei' soll vor dem Kreuzungsbereich auf die Fahrbahn geführt werden, sodass der Radfahrer auf der Fahrbahn den Kreuzungsbereich passieren kann", erklärt Hinrichs.

CDU will am Gymnasium einen Kreisel

Der CDU-Antrag hingegen sieht an der Einmündung Schellohner Weg/An der Kirchenziegelei eine andere Lösung vor: Dort soll nach dem Willen der CDU ein Kreisel gebaut werden. "Das würde die Verkehrssituation entschärfen, denn momentan weiß keiner, wie er sich dort verhalten muss", sagt CDU-Ausschussmitglied Thomas Schlarmann. Da helfe auch keine rechts-vor-links-Kreuzung. Zudem widersprach er der Darstellung der Stadt, dass es dort 23 Stunden am Tag keine Probleme gebe: "Durch die unterschiedlichen Schulzeiten sind die Verkehrsbehinderungen deutlich länger geworden."

Außerdem schlägt die CDU die Einrichtung von Fahrradstraßen auf den Straßenabschnitten der Jägerstraße (zwischen Vechtaer Straße und Schellohner Weg), des Möhlendamms (zwischen Vechtaer Straße und Schellohner Weg) und des Schellohner Wegs (zwischen Lindenstraße und An der Kirchenziegelei) vor. "Damit würden wir auf den immer mehr zunehmenden Fahrradverkehr reagieren und diesen stärken", erhofft sich Schlarmann.

Verwaltung sieht Fahrradstraße kritisch

Unterstützung für die Ausweisung von Fahrradstraßen kam von der SPD: "Wir begrüßen es sehr, dass der Fahrradverkehr geschützt werden soll", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Knospe. Er bemängelte aber, dass der CDU-Antrag nicht weit genug gehe und dass der Fahrrad-Arbeitskreis nicht in den Antrag mit einbezogen wurde. "Das von der CDU vorgestellte Konzept ist zudem eine massive Kritik an der Lösung der Verwaltung", stellt Knospe fest. Zum Thema Fahrradstraße äußert sich der Bauamtsleiter Ralf Blömer: "Die Diskussion um die Fahrradstraßen ist derzeit nachrangig, außerdem gibt es dort auch Anlieger, die berücksichtigt werden müssen." Hinrichs ergänzte, dass es mit einer Fahrradstraße schwer sei, den Schulbusverkehr zu organisieren.

"Es ist dort eine sehr gefährliche Situation und es geht um die Sicherheit unserer Kinder."Walter Sieveke, Ausschussmitglied der CDU

Dr. Lutz Neubauer (parteilos) hielt die Diskussion über Fahrradstraßen und bauliche Veränderungen für überzogen: "Ein Radstreifen auf der Straße reicht völlig aus." Walter Sieveke (CDU) betonte die Dringlichkeit des Projektes: "Es ist dort eine sehr gefährliche Situation und es geht um die Sicherheit unserer Kinder." Man könne aber durchaus unterschiedlicher Meinung sein, welches Konzept das richtige sei. Deshalb müsse es nun eine zeitnahe Prüfung durch die Stadt geben, wie der Vorschlag der Stadt und der CDU-Fraktion vereint werden können.

Gerdesmeyer für eine "zeitnahe Entscheidung"

Dem stimmte auch Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (CDU) zu: "Wir werden unseren Vorschlag zeitnah überarbeiten und idealerweise in der nächsten Verkehrsausschusssitzung vorstellen." Der Vorschlag der Verwaltung sei mit Ausgaben von 150.000 Euro eine "kostengünstige" Lösung gewesen; unter Berücksichtigung der CDU-Forderungen müssen die Kosten neu geprüft werden. Für die nächste Sitzung des Ausschusses hofft er auf einen Vollzug: "Dann muss endgültig entschieden werden, welches Konzept für die Verkehrsführung am Gymnasium gewünscht ist."

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