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Das Waldbad Lohne bekommt ein Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl

Der Stadtrat votiert trotz einer deutlichen Kostensteigerung einstimmig für die Variante. Ein Sozialdemokrat wollte allerdings genau wissen, woher die Mehrkosten resultieren.

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Kostspieliger Wasserspaß: Das Nichtschwimmerbecken im Lohner Waldbad (rechts unten) muss saniert werden. Politik und Verwaltung setzten auf eine Edelstahlversion – doch das hat seinen Preis. Foto: Archiv

Kostspieliger Wasserspaß: Das Nichtschwimmerbecken im Lohner Waldbad (rechts unten) muss saniert werden. Politik und Verwaltung setzten auf eine Edelstahlversion – doch das hat seinen Preis. Foto: Archiv

Die Stadt Lohne wird das Nichtschwimmerbecken im Waldbad mit Edelstahl für – nach aktuellen Schätzungen – 1,36 Millionen Euro sanieren. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden. "Auch wenn es die teuerste Variante ist,  gibt es glaube ich, nur diese Möglichkeit – und wir hoffen, dass wir von Folgekosten befreit bleiben", sagte Eckhard Knospe (SPD/Die Grünen). Er sprach damit anscheinend auch für die übrigen Ratsmitglieder, von denen sich in der Debatte ansonsten niemand äußerte.

Doch Knospe wollte von der Verwaltung zumindest noch diese Fragen beantwortet haben: "Wie kann es sein, dass zwischen der ersten Kostenschätzung und der finalen Planung eine Kostenverdopplung eintritt? Müssen wir daraus irgendwelche Lehren ziehen?" Und: "Sollten die Kostenschätzungen von den Fachbüros nicht genauer sein?" Zum Hintergrund: Edelstahl ist robust und langlebig. Der Werkstoff hat aber seinen Preis – und der fällt mehr als doppelt so hoch aus wie vor wenigen Monaten kalkuliert.

Das Büro Geising + Böker Generalplaner aus Vechta schätzte die Kosten für den Austausch des Beckenkopfs und die Auskleidung des Beckens in Edelstahl vor einigen Monaten auf knapp 600.000 Euro. Das Büro Thalen Consult aus Zetel hat die Angaben nun deutlich nach oben korrigiert. Es taxiert den tatsächlichen Aufwand auf circa 1,36 Millionen Euro brutto. Allein für das Edelstahlbecken werden fast 820.000 Euro fällig.

Verwaltung: Detailliertere Planung erhöht die Kosten

Bauamtsleiter Ralf Blömer betonte auf Knospes Nachfrage: Die erste Schätzung der Kosten habe es lediglich auf Grundlage einer  Machbarkeitsstudie gegeben. Jetzt sei die Planung viel detaillierter – und dadurch kämen eben einige Kosten "on top", die vorher noch nicht berücksichtigt worden seien. Dazu gehören unter anderem die Modernisierung der Badewassertechnik, der Einbau einer Gleittreppe für Menschen mit Behinderungen oder der Auftrag von Farbornamenten.

Die detaillierte Ausstattung des Beckens erhöhte die erste Schätzung um rund 300.000 Euro, die gestiegenen Baukosten beim Edelstahl wiederum veranschlagte Blömer mit 200.000 Euro. Die Mehrkosten seien also nicht ausschließlich auf die Edelstahl-Ausführung zurückzuführen.

Dass der Werkstoff der richtige sei, davon ist Bauamtsleiter Blömer überzeugt – und blickte dabei in den Südkreis. "Damme hat ein Edelstahlbecken, das auch noch nach 25 Jahren aussieht wie neu." Die anfänglichen Mehrkosten bei Edelstahl amortisierten sich über die Jahre.

Die Bauzeit beträgt nach Angaben der Verwaltung übrigens etwa 6 Monate. Um den Badebetrieb 2023 nicht zu gefährden, strebt die Stadt einen Baustart im September 2023 an. Die Ausschreibungen sollen noch in diesem Jahr erfolgen.

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