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Das nächste Drama beginnt

Thema: Kämpfe im Südkaukasus - Im Hintergrund ringen die Türkei und Russland um Einfluss. Die Gefechte sind der neueste Stellvertreterkrieg - einer von vielen, der erneut Menschenleben kostet.

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Stellvertreterkrieg: Welch ein Wortungetüm. Es wird gerne benutzt, um besonders perfide bewaffnete Konflikte zu erklären, an denen Nationen beteiligt sind, die eigentlich unbeteiligt sind. Während der Begriff das reale Leid ein stückweit entmenschlicht, befeuern die hinter den Kriegsparteien stehenden Schutzmächte die Unmenschlichkeit mit jeder Menge Waffen und anderer Militärhilfe.

Die Folgen sind – wie in jedem Krieg – Folter, Unterdrückung, Flucht, Blutvergießen und Tod. Etwa im Jemen. Seit fast sechs Jahren kämpft dort Saudi-Arabien an der Seite der sunnitischen Regierung gegen den Iran als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen. Eine Kopf-ab-Diktatur gegen eine andere: Das macht deutlich, dass es auch dort keinen Krieg Gut gegen Böse gibt. Nicht anders sieht es in Syrien aus: Hier streiten – seit fast zehn Jahren – der Iran und Saudi-Arabien ebenfalls um die Vormacht. Hinzu gesellen sich unter anderem Russland, die USA und die Türkei.

Selbst wenn gemeinhin als zivilisiert geltende Nationen beteiligt sind, spielen Menschlichkeit und Menschenleben doch in derlei Auseinandersetzungen keine Rolle. Das droht nun auch im Südkaukasus. Der alte Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan in der Region Berg-Karabach ist neu entflammt. Es ist leider zu befürchten, dass das Ganze erst am Anfang steht. Denn: Zwischen Russland und Armenien gibt es eine militärische Allianz, die Türkei ist ein Verbündeter Aserbaidschans und an beide Kriegsnationen grenzt der Iran. Das nächste Drama beginnt.

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