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Das muss etwas kosten

Thema: Tarifverhandlungen bei der Caritas – Lob, Applaus und warme Worte reichen nicht. Wertschätzung darf nicht nur etwas kosten, in diesem Fall muss sie es sogar.

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Pflegekräfte, etwa in Kliniken, oder Verwaltungsmitarbeiter wie jene, die mit Anträgen auf Kurzarbeit beschäftigt waren: Sie alle haben – gerade auch vor Ort – in den ersten Monaten der Corona-Pandemie besonders hart gearbeitet, das System am Laufen gehalten, Patienten durch schwere Stunden begleitet, Menschenleben gerettet. Dank ihnen ist das Oldenburger Münsterland bislang gut durch die Krise gekommen.

Dafür gab es jede Menge Lob, Applaus und reichlich warme Worte. Mancher Arbeitgeber und mancher Dienstherr meint offenbar, das würde reichen. Hier täuscht man sich. Wertschätzung darf nicht nur etwas kosten, in diesem Fall muss sie es sogar.

Beispiel Pflege: Die vor allem weiblichen Kräfte – häufig in Teilzeit angestellt und nicht gerade üppig bezahlt – haben wie selbstverständlich manche Extraschicht gefahren. Letztlich bleibt bei ihnen unterm Strich aber häufig nur wenig übrig. Eine examinierte Pflegekraft, 40 Jahre alt, viel Berufserfahrung, verheiratet, zwei Kinder, teilzeitbeschäftigt zu 50 Prozent und Steuerklasse IV erhält am Monatsende bei der Caritas gerade 1.212,73 Euro netto.

Kaum eine andere Arbeit hat eine derart hohe Bedeutung für die Gesellschaft wie die von Pflegekräften. Die Schere zwischen der Relevanz und ihrer Bezahlung klafft aber auch nirgendwo so weit auseinander wie hier. Das sich daran etwas ändert, ist lange überfällig. Wer das bezahlt – ob die Krankenkassen als Kostenträger, der Bund oder letztlich die Allgemeinheit über höhere Beiträge – ist unerheblich. Dass bezahlt werden muss, ist bedeutsam. Und zwar sofort.

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