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Das Monstrum kann schnell

Thema: EU erhebt eine Plastikabgabe - Im Eiltempo will die EU ein Abgabe auf Plastik auf den Weg bringen. Ob da tatsächlich Zeit bleibt, das Für und Wider sorgsam abzuwägen?

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Da sage noch einer, das bürokratisch aufgeblähte Monstrum EU sei nicht beweglich. Respekt vor den Damen und Herren in Brüssel, die es schaffen wollen, innerhalb von gerade einmal fünf Monaten die Plastikabgabe nicht nur auf den Weg zu bringen, sondern auch zum 1. Januar 2021 – richtig, 2021, nicht 2023 oder 2024 – einzuführen. Aber klar, es geht um das eigene Geld, da wird manchmal auch der Lahmste zum Weltrekordsprinter.

Offenbar soll nun das nächste Gesetzesvorhaben im Hauruck-Verfahren durch die zuständigen politischen Gremien auf europäischer und nationaler Ebene gedrückt werden. Ob da tatsächlich Zeit bleibt, das Für und Wider sorgsam abzuwägen, darf getrost bezweifelt werden. Doch viel schlimmer: Einmal mehr könnten die Parlamente in den Ruf geraten, nicht viel mehr als die Abnicker der Wünsche der EU-Granden zu sein.

Und dann gibt es da noch einen zweiten Aspekt: Diese Abgabe ist natürlich nur der erste Schritt der EU, sich eigene Einnahmen zu beschaffen. Damit hält in Brüssel niemand hinter dem Berg. Somit muss aber jedem Bürger klar sein, dass er es sein wird, der all diese Einnahmen finanzieren wird. Das aber bedeutet nichts anderes, als dass vor allem in Deutschland die Abgabenlast noch erdrückender werden wird.

Ob das zur einer dringend gebotenen Wiederannäherung der Menschen zur EU beiträgt respektive das Vertrauen in die Gemeinschaft stärkt? Zu befürchten steht da: wohl kaum. Und mancher könnte am Ende sogar auf den bösen Gedanken kommen: Die Briten haben es doch richtig gemacht.

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