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Das Kaninchen vor der Schlange

Thema: Impfpflicht in der Corona-Pandemie – Die Politik verharrt in einer konzeptlosen Schockstarre. Keine Impfpflicht einzuführen, ist verantwortungslos und menschenverachtend.

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Jeden Tag stürzt in Deutschland ein Großflugzeug mit über 300 Passagieren ab – da die Passagiere aber statt an der Unfallstelle in über 300 Intensivbetten jeder für sich allein sterben, scheint das außer den Angehörigen der Toten keinen traurig und betroffen zu machen.

Die Politik ist wie das Kaninchen vor der Schlange in eine konzeptlose Schockstarre gefallen, weil sie den giftigen Biss der gesellschaftlichen Minderheit der Impfgegner und Coronaleugner fürchtet und dabei den wachsenden Unmut der geimpften Mehrheit der Gesellschaft ignoriert. Wer sich dieser Einschätzung jetzt nicht anschließen kann oder will, und wer immer noch darum herumpalavert, ob man die Impfpflicht vielleicht enttabuisieren sollte, anstatt sie zügig einzuführen, handelt verantwortungslos und menschenverachtend.

Impfverweigerer fürchten Gesichtsverlust am meisten

Sieht denn keiner, dass den Impfverweigerern mit der Impfpflicht eine Brücke gebaut würde? Die Impfverweigerer nämlich, die sich bisher in der Öffentlichkeit oder zumindest in ihrem Bekanntenkreis vehement gegen die Impfung positioniert haben, befürchten doch im Grunde genommen am meisten, ihr Gesicht zu verlieren, wenn sie sich nun wegen des allmählich zunehmenden Druckes auf die Ungeimpften impfen lassen würden. Zu verhindern, dass sie sich für ihr vermeintliches "Einknicken" schämen müssten, ist ihnen wichtiger, als durch eine späte Einsicht zur Entspannung der Situation beizutragen.

Wenn die allgemeine Impfpflicht kategorisch durchgesetzt würde, bräuchte sich kein Impfgegner zu schämen, da er dann darauf verweisen könnte, dass der Staat ihm ja keine Wahl ließe. Wo sind die Kirchen, wo ist der Deutsche Ethikrat – warum fordern sie die Politik nicht lautstark auf, das dringend Erforderliche im Namen der Humanität durchzusetzen? Gilt der Grundsatz, dass die Freiheit des Einzelnen dort aufhört, wo sie die Freiheit der anderen einschränkt, nicht mehr – noch nicht einmal angesichts von täglichen Flugzeugabstürzen?

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